28.02.2018 - 20:38 Uhr
Deutschland & Welt

Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit bewertet drei Insektizide als gefährlich Risiko für Wild- und Honigbienen

Parma/Brüssel. Für Wild- und Honigbienen sind sogenannte Neonicotinoide eine Gefahr. Dies hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) in einem Bericht klargestellt. Im Fokus der Efsa-Untersuchung standen drei für Bienen giftige Insektizide namens Clothianidin, Thiamethoxam und Imidacloprid. Für diese Schädlingsbekämpfungsmittel hatte die EU-Kommission bereits ein Freiland-Verbot vorgeschlagen, die Mitgliedsstaaten wollten aber für Diskussionen darüber den Efsa-Bericht abwarten.

Voll bepackt mit Pollen und Blütenstaub fliegt eine Biene auf eine Sonnenblume zu. Sogenannte Neo- nicotinoide können aber eine Gefahr für die Insekten sein. Bild: Patrick Pleul/dpa
von Agentur DPAProfil

"Neonikotinoide schaden Bienen und Hummeln. Damit muss die Freilandanwendung dieser Stoffe nun verboten werden", teilte Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) mit. "Die EU-Mitgliedstaaten sollten über so ein Verbot bald abstimmen, und die Bundesregierung muss dann Ja sagen." Sie gehe davon aus, dass das Ja des Landwirtschaftsministers auch in einer künftigen Bundesregierung Bestand habe. Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hatte im Dezember in der ARD-Talkshow "Hart aber fair" gesagt: Wenn sich in der Efsa-Studie herausstelle, dass die Stoffe schädlich seien, "dann müssen sie komplett verboten werden". Kritik kam von Bayer. Das Chemie- und Pharmaunternehmen teilte mit, man sei mit den Ergebnissen der Risikobewertung für die Wirkstoffe Imidacloprid und Clothianidin grundsätzlich nicht einverstanden. Die Schlussfolgerungen stünden im Widerspruch zu anderen umfassenden wissenschaftlichen Beurteilungen zur Bienengesundheit. Bereits im Dezember 2013 wurde der Einsatz von Neonicotinoiden EU-weit beschränkt. Auch dieser Beschluss ging auf eine Bewertung der Efsa zurück. Auf Basis des neuen Berichts ist nach Angaben der Kommission geplant, dass die Mitgliedsstaaten am 22. März über den Vorschlag des Freiland-Verbots diskutieren. Ob es dann auch eine Entscheidung geben wird, ist aber unklar.

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