30.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Expertin Nikola Hahn sagt: "Ein Brief ist etwas sehr persönliches" Brieffreunde aus aller Welt

Du schreibst gern und interessierst dich für Menschen aus anderen Ländern? Vielleicht wäre ja ein Brieffreund das Richtige für dich. Hier erfährst du, was am Briefe schreiben toll sein kann.

von Redaktion OnetzProfil

"Wie geht es dir? Mir geht es gut." Puh, ein bisschen langweilig. Wer schon mal einem Brieffreund einen Brief geschrieben hat, weiß, wie schwierig es sein kann, ihn spannend zu gestalten. Denn was erzählt man jemandem, den man nur per Brief kennt?

Nikola Hahn ist für solche Fragen eine Expertin. Sie arbeitet seit fast 30 Jahren für eine Einrichtung, die Brieffreunde aus aller Welt vermittelt. Nikola Hahn schreibt auch selbst mit vielen Menschen regelmäßig. Den dpa-Nachrichten für Kinder verrät sie ein paar gute Tipps in Sachen Brieffreundschaft.

Brieffreunde sind oft Menschen, die man noch nie im Leben gesehen hat. Was schreibt man im ersten Brief?

Nikola Hahn: Weil man den anderen ja noch nicht kennt, stellt man sich vor: Wer bin ich, was mache ich, was macht mir Spaß. Schön ist auch, wenn man von sich erzählt, was man den ganzen Tag über so macht. Und vielleicht auch, warum ich mich für das Land interessiere, aus dem der andere kommt. Langsam findet man Punkte, an denen man anknüpfen kann - und mit der Zeit lernt man den anderen richtig gut kennen.

Trifft man seinen Brieffreund auch in echt?

Nikola Hahn: Bei Briefen ist das wie im echten Leben: Manchmal entwickeln sich die Freundschaften, manchmal bleiben sie locker, manchmal schläft der Kontakt ein. Manche Brieffreunde besuchen sich auch. Da muss man aufpassen, dass das gegenseitig ist, und nicht immer nur einer zum anderen kommt. Einmal haben wir auch Brieffreunde vermittelt, die später geheiratet haben. Das war aber eine große Ausnahme.

Haben Sie besondere Erlebnisse mit Ihren Brieffreunden?

Nikola Hahn: Als meine deutsche Brieffreundin in die Nachbarstadt zog, haben wir uns trotzdem weiterhin Briefe geschrieben - statt zu telefonieren oder uns zu treffen. Wir hatten so viel Freude daran, unsere liebevoll gestalteten Nachrichten zu bekommen. Irgendwann haben wir uns zwar dann auch persönlich kennengelernt. Aber unsere Briefe, das war wie ein kleines, geheimes Archiv, in dem man immer wieder stöbern konnte.

Freunde habe ich ja oft schon in meiner Nähe. Warum kann es toll sein, einen Brieffreund zu haben?

Nikola Hahn: Ein Brief ist etwas sehr Persönliches. Den gibt es nur einmal, und er ist nur für den Empfänger geschrieben. Man muss sich Zeit nehmen, sich hinsetzen und seine Gedanken für den anderen ordnen. Oft bemalen Kinder für ihre Brieffreunde den Brief noch, kleben Fotos rein oder schicken getrocknete Blumen mit. (dpa)

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