06.12.2013 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Fahrbericht Audi A3 Limousine 1.4 TFSI Ein Rucksack für den Dreier-Anhang

Optisch wirkt die A3 Limousine fast wie ein Coupé. Von der Länge her nimmt sie es mit dem A4 auf. Vom Preis her sowieso. Bild: Audi
von Berthold Zeitler Kontakt Profil

Audi macht Lust auf Limo. Statt sich einen schicken Namen auszudenken, nennen die Herrn der Ringe ihr A3-Derivat schlicht "Limousine". Das täuscht ein wenig, denn der Ingolstädter wirkt optisch eigentlich wie ein Coupé. Und hat dazu noch einen Rucksack dabei.

Während der Konzernbruder VW Jetta eher die amerikanische Kundschaft anspricht, geht Audis Stufenheck-Ableger gezielt die europäischen Märkte an und schließt hier die Lücke zum A4. Und die ist recht klein geworden, angesichts des deutlichen Größenzuwachses. Und fast 4000 Euro günstiger ist der Audi mit der "3" im Namen auch. Bild: Audi

Das Kofferabteil ist recht üppig und lässt sich nach Umlegen der Rücksitzlehnen mehr als verdoppeln. Die Öffnung selbst ist allerdings klein und unpraktisch. Im Gegensatz zum "normalen" A3 oder dem Sportback mit ihren weit öffnenden Heckklappen sind Gegenstände deutlich schwerer zu verstauen. Video

Das Mobiliar - in unserem Testwagen feinstes Leder - ist ausgesprochen komfortabel, bietet aber besten Seitenhalt für die sportliche Gangart. Die Materialien sind hochwertig, die Verarbeitung selbstredend. Da lassen die Ingolstädter eben keinen Raum für Kritik. Das klare und übersichtliche Cockpit lässt keine Wünsche offen. Die Türen fallen mit einem satten Plopp ins Schloss. Nur die hinteren Türgriffe klingen etwas blechern beim schnellen Auslassen. Vorne wie hinten finden die Passagiere reichlich Platz, wobei die Hinterbänkler - der Mittelsitz ist nur für den Notfall zu empfehlen - möglichst unter Gardemaß sein sollten. Sonst wird es ein bisschen eng im Luftraum zwischen Kopf und Dachhimmel.
Der Druck auf den Start-Knopf weckt den Vierzylinder-Turbo, ein Aggregat mit Sparschwein-Qualitäten. "Cod", also "Cylinder on demand", heißt hier das Zauberwort. Das System schaltet einfach zwei Zylinder ab, wenn die nicht zur Arbeit gebraucht werden. Und wieder zu, wenn Leistung vonnöten ist. Das funktioniert überraschend unspektakulär. Sprich, der Fahrer merkt (fast) nichts davon. Nur ein etwas raueres Motorgeräusch erinnert daran, dass jetzt Zwei die Arbeit von Vieren tun. Unmerklich geht auch das Start-Stopp-System zu Werke. Wo auch immer möglich, gönnt der Audi sich eine Pause. Kupplung getreten, und schon springt das Triebwerk wieder an und verhilft dem A3 zu souveränen Fahrleistungen. Hurtig geht es aus dem Stand zu einer Höchstgeschwindigkeit, die keine Wünsche nach mehr Leistung offen lässt. Das Sechsgang-Getriebe harmoniert bestens. Die Schaltwege sind kurz und präzise.

Wenn auch audi-typisch sportlich-straff abgestimmt, ist die Limousine dennoch komfortabel genug, um Kanaldeckel und sonstige Fahrbahnverwerfungen abzufedern. Lange Bodenwellen werden eh glatt gebügelt.

Unser Testwagen punktete mit einer nahezu verschwenderischen Ausstattung, angefangen von LED-Scheinwerfen im Paket mit Fernlichtassistenten über die Einparkhilfe bis hin zum fest eingebauten Navi. Wer das eine oder andere Häkchen in der Liste der Möglichkeiten auslässt, hat dann echt Geld fürs Sparschwein.

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