Fensterflächen und Terrassen- oder Balkontüren heben die Grenzen zwischen Wohnung und der ...
Moderne Glasarchitektur

Viel Glas spart an sonnigen Wintertagen Heizkosten - im Sommer kann es aber schnell heiß werden. Bild: VFF/dpa/tmn
Lichtdurchflutete Glasarchitektur mit vielen großen Fenstern: Was lange Zeit nur bei High-Tech-Bürobauten zu sehen war, ist mittlerweile auch bei Bauherren von Einfamilienhäusern gefragt.

Große Fensterflächen und Terrassen- oder Balkontüren lassen Licht nicht nur ins Haus fluten. Sie heben die Grenzen zwischen Wohnung und Garten oder der umgebenden Natur auf und lassen die Räume miteinander verschmelzen.

Im Hinblick auf die Wärmedämmung zweifeln manche Häuslebauer allerdings an der modernen Glasarchitektur. Doch diese sei durchaus zukunftsfähig, sagen Experten. "Moderne Fenster halten die Kälte fast genauso gut ab wie massive Wände, da die Verglasungen im Hinblick auf den Wärmeschutz deutlich verbessert worden sind", sagt Prof. Gerhard Hausladen vom Lehrstuhl für Bauklimatik und Haustechnik an der Technischen Universität (TU) München.

Fenster seien für das Wohlbefinden äußerst wichtig, da der Mensch zum Leben viel Licht und Luft benötige. Isolierverglasungen sind heute der Normalfall - in Passivhäusern sind bereits Dreifach-Verglasungen Standard. "Dreifach-Verglasungen können U-Werte von 0,5 erreiche", erläutert Jürgen Benitz-Wildenburg vom Institut für Fenstertechnik in Rosenheim (Bayern). Beim U-Wert handelt es sich um den sogenannten Wärmedurchgangskoeffizienten.
Mit der Messung des U-Werts wird der Wärmeverlust von innen nach außen bestimmt. Dabei gilt: Je kleiner der U-Wert, desto besser ist die Dämmung. Ein dichtschließender Rollladen bewirke durch die zusätzliche Luftschicht und seinen Wärmedurchlasswiderstand eine zusätzliche Verminderung des Wärmeverlustes. "Neben Dreifachverglasungen arbeiten Forscher auch an der Entwicklung von Vakuum-Isolierglas", berichtet Prof. Hausladen. Bei dieser Doppelverglasung wird aus dem Zwischenraum zwischen den Scheiben die Luft herausgezogen. Dieses Vakuum ersetzt die Gasfüllung zwischen den Scheiben.

"Richtig eingesetzt, eröffnet Glas nicht nur in der Gestaltung von Gebäuden, sondern auch im klimatischen Bereich ganz neue Möglichkeiten", sagt Hausladen. Denn durch Glasarchitektur werde auch Sonnenenergie eingefangen - und damit Geld fürs Heizen gespart. Andererseits könne der Einbau von zu viel Glas auch zu Schwierigkeiten führen. Besonders deutlich werde dies beim Bau von Bürobauten mit Glasfassaden, die im Sommer aufwendig verschattet und klimatisiert werden müssten.
Damit es an heißen Tagen im Haus kühl bleibt, sind eine entsprechende Bauplanung und guter Sonnenschutz wichtig. "Große Fensterflächen in der Fassade lassen sich zum Beispiel durch Dachüberstände vor Sonneneinstrahlung schützen", erläutert Christoph Windscheif vom Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) in Bad Honnef (Nordrhein-Westfalen).

Laubbäume bieten einen natürlichen Sonnenschutz. Sie sollten so gepflanzt werden, dass sie mit ihrer Baumkrone im Sommer die Glasflächen beschatten und im Winter - ohne Laub - Licht durchlassen. (dpa/tmn)
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