13.02.2018 - 19:24 Uhr
Deutschland & Welt

Für Christen beginnt die Fastenzeit Ausgefeiert

Am Aschermittwoch hat es sich "ausgefeiert". Für Christen beginnt heute die 40-tägige Fastenzeit als Vorbereitung auf das Osterfest.

Nur Wasser und Brot - von derart strengen Fastenmethoden rät eine Ernährungsexpertin ab. Bild: Armin Weigel/dpa
von Redaktion OnetzProfil

Weiden. (m) Doch auch, wer nicht religiös ist, nutzt die Wochen vom Ende des Winters bis zum Frühlingsbeginn häufig für eine "Fastenkur". Übertreiben sollte man es damit allerdings nicht, sagt Antje Betz, Diät-Assistentin am Klinikum in Weiden: "Ich rate von allem Extremen ab."

Vor allem das ganz strenge "Heilfasten" sieht die Expertin kritisch: "Gar nichts essen sollte niemand." Wer sich trotzdem für extremere Formen des Verzichts auf Nahrung interessiert, der sollte betreute Angebote wahrnehmen. "Es gibt ja geschulte Fastenleiter", sagt Betz: "Ich empfehle da schon eine Anleitung." Zum Abnehmen sei das Heilfasten im Übrigen nicht geeignet: "Es geht eher darum, eine körperliche und geistige Selbsterfahrung zu machen."

Senioren, Schwangere, stillende Mütter und Kinder sollten nach Ansicht der Diät-Assistentin das Fasten ganz sein lassen. Auch gebe es bestimmte Erkrankungen, bei denen man seine Ernährung nicht radikal ändern dürfe. "Bewusster essen kann jeder, weniger nicht", bringt Betz es auf den Punkt.

Sie rät, die Fastenzeit eher dafür zu nutzen, um auf bestimmte Genuss- oder Lebensmittel wie Alkohol, Zucker oder Wurst zu verzichten. "Das ist in meinen Augen sehr sinnvoll, weil es zu einer Auseinandersetzung mit sich selbst und zu einer gesünderen Lebensweise führt."

Bewusster essen kann jeder, weniger nicht.Antje Betz, Diät-Assistentin am Klinikum Weiden

Regensburg/Hamburg. Mehr als die Hälfte der Deutschen hält es einer repräsentativen Umfrage zufolge für eine gute Idee, in der Fastenzeit auf ein bestimmtes Genussmittel oder Konsumgut zu verzichten. Mehrere Wochen ohne Süßigkeiten, Alkohol, Fleisch oder Fernsehen zu leben, finden 43 Prozent sinnvoll, 14 Prozent sogar sehr sinnvoll, ergab eine Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der DAK-Gesundheit. Für zeitweise verzichtbar halten die Befragten zum Teil auch das Rauchen, das Internet und das Auto. Von diesen Formen des Fastens versprechen sich die Befragten weniger Stress und mehr Zeit für sich und Freunde.

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