Großdemonstration in Washington geplant
Heiße Debatte um Waffenrecht

Die Überlebenden des Massakers von Parkland lassen in ihrem Kampf für schärfere Waffengesetze nicht locker. Sie tragen ihren Protest in Floridas Hauptstadt. Dabei müssen sie eine erste politische Niederlage hinnehmen.

Washington/Tallahassee. Eine Woche nach dem Massaker an einer Schule in Florida mit 17 Toten haben Tausende Schüler in dem südlichen US-Bundesstaat für eine Verschärfung des Waffenrechts demonstriert. In Floridas Hauptstadt Tallahassee versammelten sich Überlebende des Blutbades von Parkland und viele andere Jugendliche vor dem Capitol. Manche trafen sich mit Abgeordneten. An anderen Orten des Bundesstaates schlossen sich Schüler mit Streiks den Protesten an.

Die Parkland-Überlebende Rachel Cantania sagte dem Sender CNN, sie und ihre Mitstreiter wollten so lange für das Thema kämpfen, bis sich etwas ändere. "Egal wie lange es dauern wird, etwas wird passieren", sagte sie. Auch in der Bundeshauptstadt Washington kam es zu einer Demonstration. Dort zogen mehrere Hundert Schüler vom Capitol zum Weißen Haus. Am Abend (Mitteleuropäische Zeit) wollte sich US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus mit Schülern und Lehrern treffen.

Am Mittwoch vor einer Woche hatte der 19-jährige Nikolas Cruz an der Marjory Stoneman Douglas High School mit einer halbautomatischen Waffe 14 Schüler und drei Erwachsene getötet. Seither hat die Debatte über ein schärferes Waffenrecht vor allem durch das Engagement von Parkland-Überlebenden mächtig Fahrt aufgenommen. Einer aktuellen Umfrage zufolge sprechen sich inzwischen zwei Drittel der US-amerikanischen Wähler für eine Verschärfung der Gesetze aus. Laut einer repräsentativen landesweiten Befragung der Quinnipiac-Universität sind 66 Prozent für strengere Gesetze. Knapp ein Drittel ist demnach derzeit noch gegen eine Verschärfung (31 Prozent).

Das Repräsentantenhaus von Florida erteilte einem strengeren Waffenrecht am Dienstag (Ortszeit) dagegen eine klare Absage. Es ging um ein Gesetz, das ein Verbot bestimmter halbautomatischer Gewehre - etwa des bei dem Massaker verwendeten Typs AR-15 - und großer Magazine eingeleitet hätte. Vor den Augen mehrerer überlebender Schüler lehnten die Abgeordneten der republikanisch dominierten Kammer den Entwurf deutlich ab.

Für den 24. März planen die Schüler eine Großdemonstration in der Hauptstadt Washington - nach ihren Worten einen nationalen "Marsch für unsere Leben". Die jugendlichen Anti-Waffen-Aktivisten erhielten dafür prominente Unterstützung. Hollywood-Schauspieler George Clooney, Star-Regisseur Steven Spielberg, US-Talkqueen Oprah Winfrey und der Produzent und Ex-Disney-Chef Jeffrey Katzenberg kündigten Spenden an - zusammen zwei Millionen Dollar für die geplante Demo.
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