20.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Grundlegende Tipps für die Geldanlage Magisches Dreieck

von Agentur DPAProfil

Es ist der Klassiker für jeden, der sich mit Geldanlagen beschäftigt: das sogenannte magische Dreieck, an dessen Spitzen die Werte Sicherheit, Verfügbarkeit und Rendite stehen. "Wer dieses System versteht, weiß, wie er Fehler vermeiden kann", sagt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Egal, für welches Produkt ein Anleger sich entscheide, er finde sich damit in diesem Dreieck wieder. Allerdings gilt es zu beachten: "Man kann niemals alle drei Ziele gleichzeitig erreichen."

Verfügbarkeit: Zwei bis drei Netto-Monatsgehälter solle ein Verbraucher nach Möglichkeit immer auf einem Tagesgeldkonto haben - für die plötzliche Autoreparatur oder den Urlaub, empfiehlt Sandra Klug von der Verbraucherzentrale Hamburg. "Wenn ich allerdings nur sage, mir ist ausschließlich Liquidität wichtig, gibt es aber immer noch eine große Spannbreite", erklärt Scherfling. Denn sowohl bei einem Tagesgeldkonto als auch bei Aktien- beziehungsweise Investmentfonds könne der Kunde schnell auf sein Geld zugreifen. Deswegen sei es wichtig, dass sich der Kunde darüber klarwerde, ob er abgesehen von der Verfügbarkeit mehr Wert auf Sicherheit oder auf Rendite lege.

Sicherheit: "Das größte Spannungsverhältnis besteht im Dreieck zwischen Sicherheit und Rendite", erklärt Klug. Wer in erster Linie auf die Sicherheit achte, müsse immer mit niedrigeren Erträgen rechnen. Die sichersten Produkte seien Festgelder und Sparbriefe. "Festgelder sollten Sparer zur Zeit für maximal drei Jahre anlegen", rät Klug. Daneben gelten Rentenfonds noch als sicher, ergänzt Karin Baur von der Zeitschrift "Finanztest". Dabei handelt es sich um Investmentfonds, die ihr Geld überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere stecken.

Rendite: Wer ausschließlich Wert auf Rendite legt, der kann in die riskantesten Geschäfte investieren. "Dann wäre theoretisch alles möglich, sogar geschlossene Fonds oder Optionsscheine", sagt Scherfling. Einem durchschnittlichen Anleger rate er von diesen Investitionen aber aufgrund möglicher hoher Kursschwankungen oder dem Risiko eines Totalverlustes ab.

Klug rät zu Fonds oder Fondssparplänen. "In Betracht kommen in erster Linie Fonds, die einen Index abbilden. Der Investor sollte aber auf eine breite Streuung achten." Wer einmalig eine größere Summe anlegen wolle, müsse berücksichtigen, dass die Kurse stark schwanken könnten. "Wer keinen Sparplan anfangen will, sollte zumindest überlegen, ob er statt einer einmaligen Zahlung seine Investition auf beispielsweise vier Tranchen im Abstand von mehreren Monaten aufteilt", sagt Klug. So könnten Kursschwankungen besser aufgefangen werden.

Ein Punkt, der in letzter Zeit zu den klassischen Anlagekriterien hinzugekommen ist, ist die Nachhaltigkeit. Zu den nachhaltigen Investitionen gehöre beispielsweise eine Beteiligung an einem Wind- oder Solarpark, erklärt Thomas Pfister von der Verbraucherzentrale NRW. "Eine solche unternehmerische Beteiligung ist aber sehr risikoreich, weil hier auch ein Totalverlust des Geldes möglich ist." Aber es gebe auch Aktien-, Renten- und Mischfonds, die auf Wertpapiere von nachhaltig produzierenden Unternehmen setzten. Der Anspruch der Fondsmanager decke sich allerdings nicht immer mit dem der Anleger. Es sei also wichtig, vor einer Investition die Zusammensetzung des Fonds zu prüfen. Darüber hinaus gebe es einige nachhaltige Banken, bei denen Kunden sichere Geldanlagen wie Tages- oder Festgeld erwerben können.

Ein Sparer - vorausgesetzt, er hat das Geld dazu - sollte nie Wert auf nur eine Spitze des Dreiecks legen. "Unser Tipp ist, dass man versucht, sein Depot auszutarieren", sagt Karin Baur. "Man braucht ein paar liquide Anlagen wie Tagesgeld, ein paar sichere wie ein mehrjähriges Festgeld und ein paar renditeträchtige."

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.