Herausnehmbarer Zahnersatz braucht spezielle Pflege
Die Reinigung der „Dritten“

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Ohne regelmäßige Reinigung geht es auch bei den „Dritten Zähnen“ nicht. Ein künstlicher Zahn kann zwar nicht erkranken wie ein natürlicher Zahn, aber jeder Zahnersatz kann funktionsuntüchtig werden, wenn er nicht regelmäßig gereinigt wird. Außerdem können Beläge am Zahnersatz auch die Schleimhaut oder auch noch vorhandene eigene Zähne schädigen.

Nicht nur für die natürlichen eigenen Zähne ist Zahnbelag der Feind Nr. 1, sondern auch für die künstlichen. Zahnbelag bildet sich überall dort, wo Essensreste nicht entfernt werden – da machen die künstlichen Zähne keine Ausnahme. Zuerst bleibt weicher Zahnbelag („Plaque“) an den Prothesenflächen kleben. Wird die Plaque nicht entfernt, verhärtet sie zu einer festen Masse, der Zahnstein. Mit einer normalen Zahnbürste ist dieser Zahnstein am Zahnersatz nicht mehr zu entfernen. Das schafft nur der Zahnarzt zum Beispiel mit Ultraschallgeräten, Schleif- und Polierbürstchen.
Besonders bei herausnehmbarem Zahnersatz sind harte Zahnbeläge problematisch. Zahnstein setzt sich überall fest, auch an den Verbindungselementen und Kontaktflächen, die eigentlich für einen optimalen Halt an den Trägerzähnen sorgen sollen. Geringste Ablagerungen von festem Zahnbelag machen sich sehr schnell bemerkbar, weil Zahnersatz und Trägerzahn auf Bruchteilen von Millimetern passend zueinander gearbeitet wurden. Wenn der Zahnersatz nicht mehr so leicht wie am Anfang herausgenommen werden kann, ist das ein erstes Alarmzeichen: Dann sollte möglichst rasch der Zahnarzt aufgesucht werden.

Wer herausnehmbaren Zahnersatz hat, sollte seinen Dritten besonderes Augenmerk widmen. Während festsitzender Zahnersatz (wie Kronen oder Brücken) grundsätzlich bei der Zahnreinigung genauso behandelt wird wie natürliche Zähne, verlangt herausnehmbarer Zahnersatz eine Entfernung von Belägen nicht nur an den Außen-, sondern auch auf den Innenflächen, die auf dem Zahnfleischkamm und dem Gaumen im Unter- oder Oberkiefer aufliegen. Das ist wichtig, denn Essensreste können sich beispielsweise bei einer Modellgussprothese oder einer Totalprothese unter den Kunststoffsattel drücken. Werden diese Essensreste nicht entfernt, leidet nicht nur die Prothese, sondern auch die Schleimhaut unter ihr. Abgesehen davon, dass solche, oft versteckten, Essensreste üblen Mundgeruch hervorrufen, können die Zersetzungsprozesse der Speisereste auch zu Entzündungen der Schleimhaut führen.

Zwei Dinge benötigen Prothesenträger: Wasser und Zahnbürste. Für die Reinigung einer herausnehmbaren Prothese empfiehlt die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung:

Wasser

Tagsüber, wenn Sie keine Zahnbürste zur Hand haben, sollten Sie sich angewöhnen, die Prothese nach den Mahlzeiten unter fließendem Wasser abzuspülen. Das saubere Gefühl im Mund ist sicher wichtiger und angenehmer als die kleine Unannehmlichkeit, die Prothese im Toilettenraum eines Restaurants oder Hotels kurz und schnell unterm Wasserstrahl abzuspülen. Vor dem Reinigen der Prothese sollten Sie Wasser ins Waschbecken füllen. Sollte Ihnen Ihre Prothese beim Säubern nämlich aus der Hand gleiten, wird sie vom Wasser aufgefangen, die Bruchgefahr wird verhindert. Wichtig ist: Die Prothese nie an den individuellen und millimetergenau angepassten Metallklammern oder sonstigen Befestigungselementen anfassen und halten, sondern immer an den stabilen Kunststoff- oder Metallteilen.

Zahnbürste

Die intensive Reinigung der Prothese (1-mal täglich reicht) ist selbstverständlich. Dazu müssen Sie nicht unbedingt eine spezielle Prothesenzahnbürste nehmen, eine normale reicht aus. Dennoch sind spezielle Prothesenzahnbürsten nicht ganz überflüssig. Durch die besondere Form und Anordnung der Borsten wird die Reinigung der etwas schwerer zugänglichen Flächen erleichtert, was besonders Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit hilft. Auf Zahnpasta können Sie verzichten, das Putzen unter fließendem Wasser ist vollkommen ausreichend.

Was Sie sonst noch für Ihre Prothese tun können

Ultraschallgeräte zur Prothesenreinigung und -desinfizierung arbeiten besonders gründlich. Solche Geräte verwenden auch Zahnärzte und Zahntechniker. Sie sind in gut sortierten Haushaltswarengeschäften erhältlich. Bezugsquellen kann Ihnen der Zahnarzt oder Apotheker benennen. In den Behälter wird eine dreiprozentige Wasserstoffsuperoxid-Lösung gefüllt (in Apotheken erhältlich) und zehn Minuten nach dem Einschalten ist die Prothese hygienisch sauber.
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