26.07.2017 - 22:06 Uhr
Deutschland & Welt

Hochwasser in vielen Regionen Deutschlands Tief Alfred sorgt für Chaos

Ausnahmezustand in vielen Regionen Deutschlands: Heftiger Regen und Hochwasser treffen vor allem die Region am Harz. Innerhalb von zwei Tagen regnet es mehr als sonst im ganzen Juli. Ein wenig Besserung ist in Sicht.

Dauerregen hat im südlichen Niedersachsen in einigen Orten wie hier in den Straßen von Rhüden, einem Stadtteil von Seesen, zu Überschwemmungen geführt. Bild: Stefan Rampfel/dpa
von Agentur DPAProfil

Hildesheim/Berlin. Wegen heftiger Regenfälle ist in Teilen Niedersachsens der Katastrophenalarm ausgerufen worden. Auch Hessen und Thüringen waren stärker betroffen. Tief "Alfred", das seit Tagen in vielen Teilen Deutschlands für Hochwasser und tiefgraue Himmel sorgt, traf am Mittwoch vor allem die Region am Harz. Braune Wassermassen strömten beispielsweise durch die Straßen von Goslar. Hunderte Rettungskräfte waren im Landkreis im Dauereinsatz.

Auch andere Regionen Deutschlands wurden durch den starken Regen unter Wasser gesetzt. Es kam zu Behinderungen im Bahn- und Busverkehr. Laut dem Deutschen Wetterdienst fiel innerhalb von zwei Tagen teilweise deutlich mehr Regen als sonst im gesamten Juli. Für die kommenden Tagen gaben Meteorologen Entwarnung - wirklich sommerlich wird es aber auch nicht. In der 40 000-Einwohner-Stadt Goslar seien ein oder zwei Straßenzüge in der Altstadt wegen des Hochwassers evakuiert worden. Die kleine Siedlung Oberschulenberg im Landkreis wurde ebenfalls vorsorglich evakuiert. Der Damm eines alten Teiches drohte laut Behörden dort zu brechen.

Auch in Hildesheim stand die Evakuierung eines Wohngebiets im Raum: "Bisher halten unsere Dämme. Wir sind hier aber nach wie vor auf alles vorbereitet. Auch auf eine Evakuierung", sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Sollte geräumt werden, wären laut Stadt 1100 Menschen betroffen.

Besonders betroffen vom Dauerregen der vergangenen Tage war nach Angaben des DWD ein Streifen vom südlichen Niedersachsen über Teile Hessens und Thüringens bis nach Nordbayern. Dort fielen binnen 48 Stunden verbreitet mehr als 100 Millimeter Regen - und damit teils deutlich mehr als sonst in einem gesamten Juli.

Für die kommenden Tagen gaben Meteorologen unterdessen Entwarnung: Der Dauerregen geht zu Ende, Tief "Alfred" zieht nach Osten ab, wie der DWD mitteilte. Der Regen höre damit zwar nicht auf, aber die Intensität lasse nach. Wirklich sommerlich-schön wird es allerdings nicht. Erst zum Wochenende zeichnet sich eine allmähliche Beruhigung mit wieder steigenden Temperaturen ab.

Bayern

Im Gegensatz zum Norden kam Bayern glimpflich davon. Zwar schwollen zahlreiche Flüsse wegen des Dauerregens an, doch lediglich im Landkreis Coburg erreichte die Itz laut Hochwassernachrichtendienst die zweite von vier Meldestufen. Eine Entspannung der Lage ist erst zum Wochenende in Sicht. Bis dahin sind 20 bis 40 Liter Niederschlag je Quadratmeter möglich, teilte der Deutsche Wetterdienst am Mittwoch mit. Hinzu kämen südlich der Donau Böen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 50 Stundenkilometern, in höheren Lagen des Bayerischen Walds und der Alpen auch Sturmböen mit bis zu 90 Stundenkilometern. Nach schauerartigem Regen soll es ab Freitag wieder trockener werden. Die Temperaturen steigen demnach auf 18 bis 24 Grad. Am Samstag sind sogar bis zu 27 Grad möglich. (dpa)

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