Hohe Zinsen, hohes Risiko

Nicht nur Staaten, auch immer mehr Unternehmen borgen sich über eine Anleihe für einen bestimmten Zeitraum Geld von Anlegern. "Darunter sind auch viele namhafte deutsche Mittelständler", sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart. Dafür stellen die Firmen nicht nur die Rückzahlung des zur Verfügung gestellten Kapitals in Aussicht, sondern bieten auch Zinsen. Unternehmen können auf diese Weise unabhängig von den Banken an Kapital kommen. Anleger wiederum können von den vergleichsweise hohen Zinsen von etwa vier bis neun Prozent profitieren.

Doch zu schnell sollten Anleger nicht zugreifen: "Bei einer Insolvenz droht ein Totalverlust", warnt der Finanzexperte. Unerfahrene Anleger sollten daher sehr vorsichtig bei solchen Papieren sein. Ein wichtiger Indikator für das Risiko ist die Höhe des Zinssatzes. Generell gilt: Je mehr Zinsen gezahlt werden, desto höher das Risiko.

"Eine interessante Frage könnte zum Beispiel sein: Warum gibt ein Unternehmen die Anleihe heraus?", sagt Nauhauser. Soll das Geld in weiteres Wachstum investiert werden oder wollen Banken ihr Kreditrisiko auf Privatanleger abwälzen? Ist Letzteres wahrscheinlich, sollten Anleger skeptisch sein. Privatanlegern rät Nauhauser vom Kauf einzelner Anleihen generell ab.
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