27.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

IFA zeigt auch neue Trends bei Haushaltsgeräten Schlauer spülen, kühlen, waschen

von Agentur DPAProfil

Weniger ist mehr: Das ist bei Haushaltsgeräten schon seit längerem das vorrangige Motto. Neue Waschmaschinen und Geschirrspüler verbrauchen weniger Energie als ihre Vorgänger, so dass weniger Stromkosten anfallen. Neben der neuen Sparsamkeit gerät schnell aus dem Blick, dass sie auch ein Mehr an Funktionen bieten. So zeigt sich bei den Neuheiten der Elektronikmesse IFA in Berlin: Sie haben jede Menge Extras auf Lager, die Kunden beim Kochen oder Waschen zugutekommen und das Gerät nutzerfreundlicher machen sollen.

Ein Beispiel: "An sich kann man sagen, die Geschirrspüler, die wir kennen, machen einen super Job. Sie machen das Geschirr sauber", erklärt Kai Hillebrandt, Vizepräsident für Consumer Electronics von Samsung. "Aber das kann man verbessern." Und so verzichtet das Unternehmen bei dem Geschirrspüler DW60H9970 auf den rotierenden Sprüharm. Stattdessen fährt ein Art Schlitten mit sechs Hochleistungsdüsen am Boden der Maschine hin und her.

Düsen an der Rückwand

Bei Bauknechts Geschirrspüler Power Dry sind die Düsen an der Rückwand angeordnet, so dass Töpfe und Pfannen hochkant darin stehen können. Das schaffe zusätzlichen Platz für bis zu zehn Teller im Vergleich zu gleich großen Geräten des Herstellers. Ein neues System trocknet den Innenraum besser ab, so dass selbst auf Gläsern und Plastikteilen keine Tropfen und damit Kalkflecken zurückbleiben, sagt Geschäftsführer Jens-Christopher Bidlingmaier.

Beispiele für solche Extras gibt es viele, auch bei Kühlgeräten. Komfortzonen für die verschiedenen Lebensmittelgruppen sind fast schon Standard bei Neuentwicklungen. Aber es gibt auch spezielle Innenbeleuchtungen, die Teile des Sonnenlichts simulieren und damit die Frische und die Vitamine von Obst und Gemüse möglichst lange erhalten, erläutert die Messe Berlin in ihrem Trendbericht zur IFA.

Beim Backofen der Serie 8 von Bosch gibt es ein neues Heißluftsystem, das Gerichte perfekt gart - unabhängig davon, auf welcher Ebene sie in den Ofen geschoben werden. Bei Gorenjes Multifunktionsbackofen BOP 799S51X können drei aufeinanderfolgende Programme mit verschiedenen Beiheizungsarten, Temperaturen und Laufzeiten eingestellt werden.

Programm für die Jeans

AEG bietet für seine Öko-Mix Waschmaschinen ein Jeans-Programm an: Es gibt hier keine Zwischenschleudergänge, was Falten im Denim verhindert. Dafür wird häufiger mit Wasser gespült, damit kein Pulver im Stoff zurückbleibt. Und weniger Bewegungen sollen das Auswaschen der Farbe verhindern. Spezialprogramme haben auch die Waschmaschinen von Samsung. Beim Modell WW9000 heißen sie etwa: "Chefköche", "Gärtner", "Spielende Kinder" und "Junge Mütter". Auf 1500 Mikro-Wasserkissen bettet Bauknecht die Wäsche in der Trommel der Ultimate-Care und lässt sie so schweben.

Kürzere Programme

Einige Hersteller werben gleich mit schnelleren Resultaten: Beim Geschirrspüler der Serie iQ700 von Siemens-Electrogeräte verkürzt ein Zusatzprogramm die Dauer nahezu aller gängigen Programme um 66 Prozent. Das nehme den Stress aus vielen Situationen, etwa beim letzten Spülgang vor dem Urlaub, erklärt der Hersteller die Idee.

Der Verbraucher soll die komplexe Technik zudem möglichst leicht beherrschen können. "Joy of use", der Spaß am Benutzen, soll damit im Vordergrund stehen, sagt Robert Sachon, Designchef bei Bosch Haushaltsgeräte. So lässt sich zum Beispiel eine Variante des Bosch-Backofens der Serie 8 über eine App steuern. Auch andere Unternehmen werben mit diesen smarten Lösungen. Obendrein gibt es zum Beispiel zu Tefals Fritteuse oder Boschs neuem Ofen ein elektronisches Rezeptbuch, abgestimmt auf das Gerät. Bei Siemens lässt sich die Anleitung sogar vom Tablet-PC zum Ofen schicken, der sich passend dazu einstellt.

Aber noch ist dieses "Smart Home" ein neuer Bereich für Verbraucher: Zwar besitzen Millionen Menschen smarte Handys und Tablets, aber in punkto Haushaltsgeräte sei das "Smart Home" für viele Verbraucher noch "Terra inkognito", ein weißer Fleck auf der Landkarte, findet Hans Wienands, Exekutiv-Vizepräsident bei Samsung Electronics.

Eher buche man bereits Flugtickets mit dem Smartphone, als dass man zu Hause die Waschmaschine oder einfach nur den Lichtschalter damit steuere, sagte Wienands. Er prognostizierte aber: In zwei bis drei Jahren sei das "Smart Home" - und damit die Steuerung vieler Haushaltsgeräte wie Waschmaschine, Herd und Spüle mit Handy oder Tablet - zwar nicht Standard, aber immerhin im Massenmarkt angekommen.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.