Immer rein in den Dschungel

Wollen überhaupt nicht raus aus dem Dschungel: Sonja Zietlow und Daniel Hartwich moderieren ab Freitag die RTL-Show "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!". Bild: dpa

Daniel Hartwich ist der Schnellredner. Für Sonja Zietlow ist es fast schon Routine. Beide moderieren ab Freitag wieder das Dschungelcamp.

Köln. Daniel Hartwich hat mit Sonja Zietlow einiges gemeinsam. Beide sind TV-Allrounder, die schon einiges mehr moderiert haben als andere am Ende ihres Fernseh-Berufslebens. Und beide sind fest aufs Dschungelcamp abonniert. Hartwich ist seit 2013 einer der beiden Hauptmoderatoren. Bei der elften Staffel, die am Freitag beginnt, darf er zusammen mit Sonja Zietlow zwei Wochen lang bissige Kommentare ablassen. Beide zusammen haben für die Moderation 2013 den Deutschen Comedypreis bekommen.

Es gibt aber auch ein paar Unterschiede zwischen den beiden: Hartwich, 1978 in Frankfurt am Main geboren, ist rund zehn Jahre jünger - und ging nach der Schule an die Uni: Er hat nach dem Abi Germanistik und Politologie studiert. Schon damals machte er beim Radio erste Erfahrungen als Moderator. RTL ließ ihn 2008 seine Late-Night-Show "Achtung! Hartwich" ausprobieren. Noch im gleichen Jahr übernahm der Schnellredner mit der markanten Brille zusammen mit Marco Schreyl die Show "Das Supertalent". Hartwich hatte einen Lauf und 2009 dann auch seine Premiere bei "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!", wo er eine Handvoll Spezial-Ausgaben moderierte. Von seinem Vorbild Hape Kerkeling übernahm er 2010 die Moderation von "Let's Dance". Dafür erhielt er den Bayerischen Fernsehpreis und eine Grimme-Preis-Nominierung. Anfang Oktober 2012 starb plötzlich Dirk Bach - Hartwich übernahm von ihm 2013 die siebte Staffel von "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!". Zietlow stand bereits im Januar 2004 für die allererste Staffel vor der Kamera. Schon bald erhielt sie viel Anerkennung dafür, wie sie diese durchaus spezielle Aufgabe meistert.

Überfliegerin

Heute lebt Zietlow im Süden von München, gemeinsam mit ihrem Mann. Dass sie später mal Jahr für Jahr zwei Wochen lang in den Dschungel gehen würde, war noch nicht absehbar, als die 1968 in Bonn geborene Zietlow Abitur gemacht hat. Nach der Schule verdiente sie ihr erstes Geld als Animateurin, Fotomodel und Mannequin. 1989 startete sie eine Ausbildung zur "Verkehrsflugzeugführerin". Anschließend flog sie zwei Jahre lang als 1. Offizier der Lufthansa eine Boeing 737.

Zum Fernsehen gekommen ist sie als Kandidatin einer Flirt-Show. Aber das reichte ihr nicht: Bei Kabel eins bekam sie ihre ersten eigenen Shows mit "Bim Bam Bino", "Hugo" und "Cult", 1997 dann auf Sat.1 eine Talkshow mit dem schlichten Titel "Sonja". Seit 2001 ist sie bei RTL. Es gibt wenig, was Zietlow für den Marktführer unter den Privatsendern nicht moderiert hat.

Angemerkt von Frank Werner: Kakerlaken und KasallaVollpfosten und Versager, Muttis und Muskelmänner, Nackedeis und Neurotiker: Ab Freitag rücken die Schattenfiguren der Promi-Liga wieder für zwei Wochen ins Tageslicht. Das Dschungelcamp auf RTL gehört seit Jahren zu den erfolgreichsten TV-Formaten. Nicht ohne Grund. Es ist mehr als purer Voyeurismus, die Lust an Schadenfreude, an Selbstzerstörung, die Millionen vor die Bildschirme locken. Es ist die (Selbst)Ironie der Moderatoren Zietlow und Hartwich, die Zickenzoff und Protzgehabe auf die Schippe nehmen. Es sind die Psycho-Spielchen der Kandidaten am Lagerfeuer, die für einen hohen Unterhaltungsfaktor sorgen. Die oftmals ausgelutschten Kakerlaken-Ekelprüfungen sind nur noch Randerscheinungen.

Langeweile ist das größte Gift im Camp. Mit Typen wie "Kasalla" Legat und Softie Menderes hatte RTL in der letzten Staffel Glück. Jetzt sind "Malle-Jens" und Fräulein Menke gefragt. Der jährliche Spagat zwischen Assi-TV und Grimme-Preis - das Dschungelcamp lässt keinen kalt.

frank.werner@oberpfalzmedien.de
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