Jeder Verbraucher kann einen persönlichen Beitrag zur Energiewende leisten

Zum Thema Energiewende:

Dummheit, Arroganz und Frechheit, diese drei Begriffe fallen mir ein, wenn ich die Diskussion um die Atommüll-Endlagersuche verfolge. Die Dummheit des Bundesumweltministers Altmaier, der allen Ernstes noch stolz darauf ist, dass nun bis 2031, also neun Jahre nach geplanter Abschaltung des letzten Atomkraftwerks in Deutschland, endlich feststehen soll, wo diese tickende Zeitbombe gelagert werden soll. Ja, das waren halt noch Zeiten in den 50ern und 60ern, als wir den Dreck ganz einfach in der Nordsee versenkt haben, genauso wie die Schweiz, Belgien, England und Frankreich.

Mit welcher Arroganz stellt sich eigentlich der bayerische Ministerpräsident Seehofer hin und sagt von vornherein, dass es in Bayern kein Endlager geben wird? Seit Jahrzehnten gehen wir in Bayern mit Energie um wie die Made im Speck, weil wir in sechs Reaktoren an vier Standorten Atomstrom produzieren. Aber die Endlagersuche geht uns nichts an.

An Frechheit nicht zu überbieten sind jedoch die vier großen Energieunternehmen Eon, RWE, Vattenfall und EnBW, die angekündigt haben, gegen die vom Umweltminister angedachte Kostenübernahme für die Endlagersuche in Höhe von rund zwei Milliarden Euro postwendend Klage einzureichen. Jetzt können sich die großen Vier die Endlagersuche nicht leisten, obwohl sie uns Bürgern das Geld aus der Tasche ziehen? Eon macht einen jährlichen Gewinn von rund vier Milliarden. Ganz klar, dass die Kosten für die Endlagersuche wieder beim Verbraucher landen, durch weiter steigende Strompreise. Daher kann die Lösung nur heißen, dass jeder seine Energiewende selbst in die Hand nehmen muss. Zum Beispiel in Form von energiesparenden Leuchtmitteln, Haushaltsgeräten, Heizungsanlagen oder Fahrzeugen. Und ganz wichtig: Eigenen Strom produzieren und nach Möglichkeit speichern. Hier hat der Gesetzgeber mit der Eigenverbrauchsverpflichtung bei PV-Anlagen einen ersten richtigen Schritt getan. Alle genannten Maßnahmen sind für einen Privathaushalt mit hohen Kosten verbunden. Doch rechnen sich diese Maßnahmen.
Ein gutes Beispiel sind die neuen Generationen der Batteriespeicher für PV-Strom auf Lithiumbasis. Mit ihnen kann ein Haushalt seinen jährlichen Strombezug um 70 bis 75 Prozent reduzieren. Die Lebensdauer der Lithiumbatterien liegt bei rund zwanzig Jahren. Der Strompreis hat sich ca. alle 20 Jahre verdoppelt. Das lässt für die kommenden 20 Jahre einen durchschnittlichen Preis von etwa 0,40 Cent je kWh erwarten. Mit dem Batteriespeicher kann ein durchschnittlicher Haushalt jährlich über 2600 kWh oder 1050 Euro einsparen, wodurch sich die Kosten von bis zu 14 000 Euro bald amortisiert haben.

Selbst wenn erst eine PV-Anlage zusätzlich angeschafft werden muss, macht sich das durch die Netzeinspeisung des nicht selbst verbrauchten bzw. gespeicherten Stroms bezahlt. Darüber hinaus ist in Kürze eine KfW-Förderung für Batteriespeicher geplant.

Michael Flierl, 92242 Hirschau
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