27.02.2018 - 20:38 Uhr
Deutschland & Welt

Kältewelle in Deutschland Frost und Frust

Zweistellige Minustemperaturen haben in Deutschland zu Kälterekorden geführt. Auf der Zugspitze sank die Temperatur nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) auf bitterkalte minus 30,5 Grad.

von Agentur DPAProfil

Berlin. (dpa/KNA) Damit wurde der niedrigste jemals Ende Februar erreichte Wert seit Beginn der Messungen auf der Zugspitze im Jahr 1901 gemessen. Der absolute Kälterekord auf Deutschlands höchstem Gipfel wurde im Februar 1940 mit minus 35,6 Grad erreicht. Ein Überblick über Ereignisse der Kältewelle:

Viele Obdachlose suchten in Notquartieren Schutz vor der Kälte. In Aachen sammelten Polizisten die Wohnungslosen nach eigenen Angaben mit einem Mannschaftswagen ein. Bereits am Montag hatten verschiedene Städte in Nordrhein-Westfalen mitgeteilt, zusätzliche Unterkünfte für Obdachlose bereitzustellen. In Duisburg und Köln konnten Hilfsbedürftige in U-Bahn-Stationen unterkommen.

Auf der Oder bildeten sich in der Nacht zu Dienstag nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) in Eberswalde an vielen Stellen des Grenzflusses Treibeisschollen. Die Oder ist derzeit für die Schifffahrt gesperrt, weil der Eisgang die Schiffe beschädigen könnte. Eisbrecher sind auf deutscher und polnischer Seite startklar - ob sie zum Einsatz kommen, ist bislang offen.

Im Südwesten hat die Kälte Pannenhelfern einen Einsatzrekord beschert. Wie der ADAC mitteilte, rückte die Straßenwacht allein in Württemberg am Montag 2610 mal zu Hilfseinsätzen aus - der bisher höchste Wert in diesem Jahr. "Hauptursache für die Pannen sind schwache oder defekte Batterien sowie eingefrorene Kühlsysteme", sagte Michael Prelop, Bereichsleiter für Württemberg bei der ADAC Straßenwacht.

Eis und Schnee brachten manche Autofahrer an der Ostsee in Schwierigkeiten. So kam es im Raum Neubrandenburg zu Unfällen. "Es ist eben Winter", sagte ein Polizeisprecher. Autofahrer mussten insbesondere in Richtung Hamburg aufgrund des Schneefalls mehr Zeit auf den Straßen einplanen. Ein aus dem Osten herannahendes Tief bringt wohl noch mehr Schnee, wie der DWD mitteilte.

Auch der offizielle Besuch des ghanaischen Präsidenten Nana Addo Dankwa leidet unter dem eiskalten Wetter in Berlin. Witterungsbedingt gibt es bei der Begrüßung des Präsidenten durch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit militärischen Ehren am Mittwoch eine kurzfristige Änderung im Plan, wie das Bundespresseamt mitteilte. Hintergrund ist offenbar weniger Rücksicht auf das Kälteempfinden des Gastes aus Afrika. Vielmehr sind bei den derzeitigen Minusgraden in der Hauptstadt die Blasinstrumente nicht einsatzfähig.

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