Kind muss beim Schulwechsel von Anfang an mitreden dürfen - Auf das "Bauchgefühl" hören
Gemeinschaftlicher Weg

Der Unterricht mit Streicherinstrumenten steht in manchen Schulen genauso auf dem Stundenplan wie Mathe oder Deutsch. Bild: Birgit Reichert/dpa
Gymnasium? Oder Realschule? Musikschwerpunkt? Oder Sport? Bei der Schulwahl spielen viele Kriterien eine Rolle. Das Kind muss dabei von Anfang an mitreden dürfen, sagt ein Psychologe. Am Ende muss es dann aber nicht die Schule sein, wo alle seine Freunde hingehen.

Wenn der Wechsel auf eine weiterführende Schule vor der Tür steht, sollten Eltern ihre Kinder schon frühzeitig in die Gespräche über die am besten geeignete Schule mit einbeziehen.

"Schon am Anfang der vierten Klasse sollten Eltern mit ihrem Kind darüber reden", sagte Stefan Drewes, Vorsitzender der Sektion Schulpsychologie beim Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP). "Denn dann reden auch alle anderen in der Klasse darüber und das Kind sollte nicht unvorbereitet davor stehen."

Zu den Besuchen und Tagen der Offenen Tür bei infrage kommenden Schulen sollte das Kind immer mitgehen. "Dann geht es unter anderem auch um das Bauchgefühl, wo fühlt man sich wohl - und wo fühlt sich eben auch das Kind wohl."
Nach den Besuchen sollten die Eltern mit dem Kind über die Eindrücke sprechen. Außerdem sollten vor allem die spezielle Förderung an der Schule, die eigene familiäre Situation und der Schulweg eine Rolle bei der Auswahl spielen.

Wenn die Eltern Gespräche mit dem Klassenlehrer des Kindes führen, ist es nach Ansicht des Experten gut, das Kind darüber zu informieren. "Ob die Freunde des Kindes auf eine bestimmte Schule gehen, sollte nicht das Hauptkriterium bei der Schulwahl sein", sagt Psychologe Drewes. "Davon sind Kinder in diesem Alter sehr geleitet. Sie nehmen den Schulwechsel als bedrohlich wahr und sorgen sich, wie sie alleine klarkommen. Kinder können diesen Wechsel noch nicht so überschauen."

Eltern sollten dem Kind dann klar machen, dass es normal ist, dass man in einer solchen Situation nervös ist. Meist würden Kinder aber nach zwei bis drei Monaten neue Freunde finden.

Gegen den Widerstand des Kindes sollte aber keine Schule ausgewählt werden, sagt Drewes. "Es muss ein gemeinschaftlicher Weg sein, bei dem viele Kriterien in Betracht gezogen werden." (dpa/tmn)
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