23.02.2018 - 18:26 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar Der Normalo

Für Masochisten war der European Song Contest aus deutscher Sicht in den vergangenen Jahren ein wahres Freudenfest. Die letzten Plätze fest gebucht, Schamesröte bei der Auszählung, belanglose Songs - ein irres Déjà-vu. Da verfiel sogar Peter Urban, die deutsche Stimme des ESC, immer wieder in Sarkasmus.

von Frank Werner Kontakt Profil

Lavina Lueen sorgte 2017 mit "Perfect Life" für die letzte Pleite. Längst vergessen die Sängerin. Und nein, es lag nicht am Zuschustern von Punkten zwischen befreundeten Ländern. Es lag am Schnarch-Song. Denn der Sieger Salvador Sobral aus Portugal bekam Punkte aus allen Nationen. Mit einem Jazz-Schleicher, der aus dem Einheitsbrei herrlich hervorstach.

Nun soll es also Michael Schulte richten. Der 27-Jährige stach in der müden Show heraus, was bei der Konkurrenz auch nicht allzu schwer war. Schwarzes T-Shirt, Jeans, keine überdrehte Performance. Ob ihm seine Ähnlichkeit mit Ed Sheeran hilft? Schaden wird die Optik sicher nicht, denn seine Ballade "You Let Me Walk Alone" ist allenfalls Mittelmaß. Er muss mit anderen Stärken punkten. Vor allem mit dem Normalo-Image. Mit Bescheidenheit. Das hat Vorjahressieger Sobral schon geholfen. Trotzdem: "Douze points" bekommen auch 2018 die anderen.

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