02.09.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Albert Franz Haderthauer stürzt über ihre Überheblichkeit

von Albert Franz Kontakt Profil
Kommentar

Christine Haderthauer hat sich überschätzt. Sie ist gestürzt über ihre eigene Überheblichkeit und über ihren Geschäftssinn. Unschuldsvermutung hin oder her: Die Geschäftsidee, Modellautos von psychisch kranken Straftätern für wenig Geld bauen zu lassen und teuer zu verkaufen, ist zündend, aber trotzdem nicht ganz sauber. Die Menschen haben ein feines Gespür dafür, was mit gedrechselten Formulierungen wie "von Idealismus getragenes Engagement" verschleiert werden soll.

Gleichwohl: Haderthauers Rücktrittserklärung ist alles andere als ein Schuldeingeständnis. Damit ist sie in bester Gesellschaft. Ob Karl-Theodor zu Guttenberg, Christian Wulff oder Hans-Peter Friedrich - keiner von ihnen ist aus Einsicht in schwerwiegende Fehler zurückgetreten, sondern um Schaden vom Amt abzuwenden. Das soll honorig klingen, ist es aber nicht. Honorig ist auch nicht, was im Freundeskreis von Christine Haderthauer in den angeblich so sozialen Medien an Schmutzkübeln ausgeschüttet worden ist: Über den Jagdinstinkt der schreibenden Zunft, über die ach so haltlose Hetzkampagne. Durchhalteparolen voller Arroganz, garniert mit abstrusen Verschwörungstheorien - wer solche Freunde hat, braucht sich über seine Feinde nicht mehr zu wundern.

Für die CSU ist Haderthauers Rücktritt dennoch ein Verlust. Weil sie ein bisschen anders war als die anderen, vor allem ein bisschen mutiger. Die CSU hat nun nicht nur das Problem, einen neuen Staatskanzleichef zu finden. Auch der Kreis der möglichen Seehofer-Nachfolger schrumpft damit auf Ilse Aigner und Markus Söder.

albert.franz[at]derneuetag[dot]de

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