Kommentar von Albert Franz
Mit Anstand und Menschlichkeit gegen das Elend dieser Welt

Herkules. Karikatur: Tomicek
Allein im Irak sind 1,8 Millionen Menschen auf der Flucht, Syrien ist schon halb entvölkert. Dazu die Flüchtlingswelle, die aus Afrika über das Mittelmeer schwappt. Die Flüchtlingslager sind übervoll, ob in der Türkei, in Jordanien, in Italien oder Griechenland. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis das Elend dieser Welt auch vor unserer Haustür landet.

Die Drittstaaten-Regelung, nach der Asylbewerber ihre Anträge in den europäischen Ländern stellen müssen, in denen sie zuerst aufschlagen, hat Deutschland bisher vor größeren Flüchtlingszahlen bewahrt. Das gilt jetzt offenbar nicht mehr. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat schon vor Tagen darauf hingewiesen, dass Italien seine Flüchtlinge in die Züge nach Norden setzt. Andere finden den Weg nach Deutschland auch anders - mit Hilfe von Schleusern etwa.

Deutschland wird nicht alle Probleme dieser Welt lösen können, und es wird auch nicht alle aufnehmen können, die ihr Heil nicht mehr in der Heimat sehen. Sei es, weil sie ausgebombt wurden, sei es, weil sie vor islamischen Mörderbanden flohen, sei es, weil es daheim weder zum Leben noch zum Sterben reichte. Aber wir können versuchen, anständig mit den Flüchtlingen umzugehen.

Anständig mit ihnen umzugehen heißt auch, die Ankömmlinge eben nicht unter den Generalverdacht zu stellen, Armutsflüchtlinge zu sein. Auf Landräte und Bürgermeister kommt eine Bewährungsprobe zu. Die Situation erfordert Größe - und Menschlichkeit.

albert.franz@derneuetag.de
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