27.08.2005 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Alexander Pausch Diesmal urteilt Bush richtig, doch ihm glaubt kaum einer

von Alexander Pausch Kontakt Profil
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Die Situation im Irak ist nach wie vor schlecht, in manchen Regionen sogar schlechter als vor einem Jahr. Das mächtige Signal zu Jahresbeginn, als die Iraker an den Wahlurnen unter Lebensgefahr auf beeindruckende Weise ihren Willen bewiesen, ihr Land friedlich zu entwickeln, ist verpufft.

Längst diktieren wieder die Terroristen die Agenda. Täglich gibt es bis zu 70 Anschläge, ihnen fallen vor allem Iraker aber auch wieder mehr US-Soldaten zum Opfer. Von Fortschritten oder Inseln des Friedens ist in den Berichten aus dem Zweistromland nichts mehr zu hören.

Jüngst verkündete US-Generalstabschef Peter Schoomaker, viele Berufssoldaten müssten sich auf eine "dritte Tour" im Irak einrichten. Zudem plane die Armee bereits die Truppenkontingente für die Periode 2007 bis 2009. Und, so hieß es in Militärkreisen weiter, die Zahl der US-Soldaten im Land werde bei mindestens 100 000 bleiben. Alles Nachrichten, die dazu angetan sind, pessimistisch zu werden. Und große Teile der amerikanischen Gesellschaft werden dies. Die Mehrheit hat mittlerweile den Glauben an US-Präsident George W. Bush und den Irak-Krieg verloren.

Der Republikaner setzt deshalb erneut auf eine PR-Offensive, um die Stimmung im Land zu drehen. Zumal die Kriegsgegner mittlerweile einen Medienstar haben: Cindy Sheehan, die Mutter eines im Irak getöteten Soldaten, setzt dem Präsidenten mit ihrem Protest zu. So unterbrach Bush seinen fünfwöchigen Urlaub auf seiner Ranch in Texas, vor der Sheehan aus Protest kampiert, und versuchte die Amerikaner wieder auf den "Krieg gegen den Terror" einzuschwören.

Doch sein Problem ist, die früheren Begründungen für den Irak-Krieg werden ihm mittlerweile von vielen als Lüge ausgelegt. Deshalb schwindet die Zahl derjenigen, die bereit sind, dem Präsidenten jetzt zu glauben. Dabei hat Bush diesmal Recht. Bei einem voreiligen Rückzug der US-Truppen aus dem Irak würde das Land vollends in einer Gewaltorgie versinken, vor allem aber würde Al Kaida und Co. jenen herrschaftsfreien Raum finden, den sie brauchen, um neue Terroristen-Rekrutierungslager einzurichten.

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