16.08.2005 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Alexander Pausch Ein historischer Schritt Israels in Richtung Frieden

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Kommentar

Historische Tage im Nahen Osten sind selten. Doch der Beginn des israelischen Abzuges aus dem Gazastreifen darf getrost als solcher bezeichnet werden. Erstmals räumt eine israelische Regierung jüdische Siedlungen. Annähernd vierzig Jahre militärischer Besatzung enden. Mehr noch, erstmals gibt Israel besetztes palästinensisches Gebiet zurück - wenn auch nur den Landstrich entlang des Mittelmeeres. Ein Präzedenzfall. Auch für das Westjordanland.

Noch will der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon davon nichts wissen. Verständlich. Er hat alle Hände voll damit zu tun, seine Leute bei der Stange zu halten. Schon der Abzug aus dem Gazastreifen ist für viele in der Likud-Partei nicht akzeptabel. Und doch ist der Abzug das Modell für die weiteren Schritte zum Frieden. Und vielleicht wird sie Ariel Scharon gehen. Denn wer hätte je gedacht, dass ausgerechnet Ariel Scharon, der Geburtshelfer der israelischen Siedlungen, der Vater der Siedler, sich zu diesem Schritt durchringt?

Scharon ist ein Stratege. Daher hat er begriffen, dass die Fortsetzung der Besatzung die Zukunft Israels gefährdet. Noch sagt er, durch den Gaza-Abzug wolle er die israelischen Siedlungen im Westjordanland dauerhaft sichern. Doch gerade der Aufmarsch der Ideologen im eigenen Lager, der Unterstützer der Siedler, dürfte ihm klar machen, dass er mit dem Rückzug aus dem Westjordanland bald beginnen muss, um eine Balkanisierung zu verhindern.

Auf der anderen Seite ist jetzt Mahmud Abbas in der Pflicht. Und die Aufgabe des Palästinenserpräsidenten ist schwer genug. Jetzt liegt es an ihm, die Extremisten im Gazastreifen allen voran Hamas und Dschihad zu stoppen.

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