14.02.2005 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Alexander Pausch Es liegt an den Mitgliedern, die Nato mit Leben zu erfüllen

von Alexander Pausch Kontakt Profil
Kommentar

Die Frage nach der Zukunft der Nato ist beinahe 16 Jahre alt. Seit dem Ende des Kalten Krieges wird die Allianz immer wieder für tot erklärt. Mit dem Wegfall des äußeren Feindes, des von der Sowjetunion dominierten Warschauer Paktes, habe auch die Allianz ihre Daseinsberechtigung verloren, argumentieren ihre Gegner. Daher wird der Nato ihr Ableben noch häufiger beschieden werden.

Allen Unkenrufen zum Trotz ist das westliche Bündnis am Leben und wird es auch bleiben. Die Zeiten allerdings, zu denen für alle gleichzeitig klar ist, wo welcher Handlungsbedarf besteht, gehören angesichts der großen Zahl ihrer Mitglieder der Vergangenheit an.

Dennoch erfüllt die Nato eine wichtige Aufgabe. Dies zeigen ihre Einsätze auf dem Balkan und in Afghanistan. Noch immer ist die Nato neben der Europäischen Union das einzige funktionierende Bündnis, das in Ergänzung zu den Vereinten Nationen tätig werden kann. Darauf hat UN-Generalsekretär Kofi Annan in München zu Recht hingewiesen. Er weiß, dass die Kapazitäten seiner Organisation beschränkt sind. Was er aus Höflichkeit nicht gesagt hat: Ohne die Nato geht auch die Europäische Union bei Friedenseinsätzen am Krückstock.

Ob die Allianz wieder der Ort politischer Diskussionen wird, liegt an den Mitgliedern selbst. Auch an der Bundesregierung. Bisher wurde kein Versuch unternommen, die Frage einer gemeinsamen Strategie angesichts der nuklearen Rüstung durch den Iran, zum Thema in der Allianz zu machen.

Wer auf die USA wartet, wartet vergeblich. Diese hat die monatelange Abwehrhaltung einiger Europäer während der Kosovokrise vergrätzt. Damals wollten viele ohne UN-Mandat nicht handeln. Heute rühmen alle - auch Kriegsgegner - den Kosovoeinsatz als Beispiel für humanitäre Interventionen.

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