09.02.2005 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Alexander Pausch In Nahost hat sich bislang nur die Atmosphäre verbessert

von Alexander Pausch Kontakt Profil
Kommentar

Der Handschlag von Scharm el Scheich hat einen Chor von Lobeshymnen aus aller Welt erklingen lassen. Doch die zwischen Israelis und Palästinensern vereinbarte Waffenruhe bietet wenig Anlass zu überschwänglichem Optimismus. Trotz des psychologischen Rückenwindes, den die positiven Reaktionen aus aller Welt für die beiden Hauptakteure, den israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon und den Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, bedeuten. Das lehrt die Vergangenheit. Allenfalls vorsichtige Hoffnung ist angesagt.

Immerhin hat sich in den vergangenen Wochen die Atmosphäre zwischen beiden Parteien verbessert. Vorsichtig haben israelische und palästinensische Kräfte erstes Vertrauen zu einander gefasst. Angesichts des tiefen Leides und des Blutvergießens in den vergangenen vier Jahren findet der Ausgleich die überwiegende Zustimmung beider Bevölkerungen. Doch die Erleichterungen, die die Palästinenser jetzt erleben, sind nur eine Rücknahme der einschnürenden Maßnahmen, die die israelische Armee im Zuge ihres Kampfes gegen palästinensische Terrorgruppen ergriffen hat. Aber die Menschen fordern zu Recht Substanzielles.

Schnell stellt sich deshalb die Frage nach der ungebremsten israelischen Landnahme durch den Ausbau der Siedlungen in den besetzten Gebieten und die israelische Mauer, die viele palästinensische Städte isoliert. Zeitgleich wächst bei den Israelis die Angst vor Terroranschlägen. Denn noch jedes Mal haben radikale Palästinensergruppen versucht, die Verhandlungen so zum Entgleisen zu bringen.

"Land für Frieden" lautet die Formel zur Lösung im Nahost-Konflikt. Bisher hat sich nicht gezeigt, dass beide Seiten dazu bereit sind. Das Gleiche gilt für den Hauptvermittler USA.

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