05.09.2005 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Alexander Pausch Längst ist das Duell nach dem TV-Duell das Entscheidende

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Kommentar

Das TV-Duell am Sonntagabend soll am Ende nur Fernsehen gewesen sein? Das heißt alles nur Show. Nicht ganz. Maybrit Illner untertreibt. Natürlich ist Wahlkampf vor allem eine große Inszenierung geworden. Gerade im Medienzeitalter. Dazu gehört ein gefälliger Auftritt und eine sympathische und kompetente Erscheinung. Das gilt besonders für das Aufeinandertreffen des Kanzlers und seiner Herausforderin im Fernsehen.

Doch trotz aller Inszenierung war das TV-Duell zwischen Gerhard Schröder und Angela Merkel mehr als eine bloße Show. Denn das Fernsehen ist dank der vielen Politik-Talk-Runden längst die Bühne, auf der Bürger die Politiker hauptsächlich wahrnehmen. Daran haben Maybrit Illner, Sabine Christiansen und Co. wesentlichen Anteil.

Deshalb ist auch längst das Duell nach dem TV-Duell das Entscheidende geworden. Dort sah dann am späten Abend nach der Debatte jeder seine Vorurteile bestätigt: Auf der einen Seite Gerhard Schröder, der souveräne Staatsmann, oder der Medienkanzler und Showmann - je nach Standpunkt; auf der anderen Seite Angela Merkel, die klar eine Perspektive formuliert, oder die Politikerin, die unter Druck verbal ins Schlingern gerät.

Der Zuschauer wertet ohnehin auf seine eigene Art. Dank der vielen Polit-Talk-Shows weiß er mit derartigen Debatten umzugehen. Deshalb war das TV-Duell kein einzigartiger medialer Show-down, wie die Sender uns nahe legen - nein, es war Fernsehen.

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