11.02.2005 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Alexander Pausch Nordkorea legt im Atompoker auf der geteilten Halbinsel nach

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Kommentar

Seit Jahren provoziert Nord-

korea mit seiner atomaren Rüstungspolitik. Zunächst unterlief es das Atomabkommen mit den USA. Als das kommunistische Regime ertappt wurde, warf es die Internationale Atomenergie-Organisation aus dem Land. Später trat Nord-

korea aus dem Atomwaffensperrvertrag aus. Die jetzt erfolgte Bekanntgabe des Atomwaffenbesitzes bedeutet einen weiteren Eskalationsschritt.

Unter Experten ist es unbestritten, dass Nordkorea über zwei oder drei Atombomben verfügt. Trotzdem beunruhigt die Erklärung. Schon seit einiger Zeit haftet dem Regime im Norden der geteilten Halbinsel das Attribut "irrational" an. Es gilt als unberechenbar. Auch, weil sich nicht auf den ersten Blick erkennen lässt, welche Strategie das Regime verfolgt.

In den Augen der nordkoreanischen Machthaber dienen die nuklearen Sprengköpfe zur Abschreckung eines Angreifers. Das Atomprogramm ist aber auch Verfügungsmasse in Verhandlungen. Mit seiner Erpressungsstrategie hat das Regime verhindert, dass es durch Nichtbeachtung bestraft wird. Doch mit dem Abbruch der Sechser-Gespräche hat es das Ende der Eskalationsskala erreicht.

Die USA haben - gewollt oder ungewollt - durch die Einbindung Chinas, Japans, Russlands und Südkoreas den Konflikt regionalisiert. Die größte Last ruht dabei auf China. Es geht um seine Glaubwürdigkeit als "ehrlicher Makler", denn das Land deckt gut 90 Prozent des nordkoreanischen Energiebedarfs und liefert ein Drittel der Lebensmittel. Es kann nicht im Interesse Pekings sein, dass sich in Asien ein nuklearer Rüstungswettlauf entspinnt.

Denn Ende des Jahrzehnts könnte Nordkorea 30 bis 60 Sprengköpfe haben. Das würde nicht nur Japan auf den Plan rufen, sondern das wäre auch eine Bedrohung für China.

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