01.03.2005 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Alexander Pausch Terror im Irak wendet sich gegen eine schiitische Vorherrschaft

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Kommentar

Schon seit langem wendet sich der Terror im Irak vor allem gegen die Zivilbevölkerung. Der entsetzliche Anschlag vom Montag in der schiitischen Stadt Hilla bestätigt diese Erkenntnis ein weiteres Mal aufs Blutigste. Die schockierenden Bilder der Verletzten sowie der getöteten Frauen und Kinder wecken jedes Mal aufs Neue Zweifel, ob es im Zweistromland in absehbarer Zeit Frieden geben kann.

Zu viele Kräfte - allen voran die Al-Kaida-Jünger - wollen weder Frieden noch Stabilität im Land. Für die islamistisch orientierte terroristische Internationale ist ein von Gewalt zerfressener Irak das beste Lebensumfeld. Hier findet sie ausreichend Freiraum, um sich ungestört zu entwickeln. Zudem ist ein solcher Irak in ihren Augen der ideale Kampfplatz gegen die verhassten USA.

Ein demokratisch organisierter Irak ist auch eine Bedrohung für andere Kräfte. Die Anhänger des früheren Baath-Regimes von Saddam Hussein - vor allem Sunniten - fürchten um ihren Einfluss. Die Berichte über erste Gesprächskontakte zwischen US-Vertretern und den Anführern dieser Gruppen sowie die Versuche, die Parteien der Sunniten an der Verfassungsgebung zu beteiligen, lassen die Hoffnung keimen, dass zumindest an dieser Front eine Aussöhnung möglich ist.

Dagegen finden die Versuche, gegen die Schiiten im Irak einen Religionskrieg anzuzetteln, zunehmend auch Unterstützung bei sunnitischen Kreisen in Saudi-Arabien. Gerade im Hinblick auf die Schiiten im eigenen Land - diese stellen im Erdölgebiet entlang des Persischen Golfs die Bevölkerungsmehrheit - fürchten einige in Saudi-Arabien, dass der iranische Einfluss in der Region wächst.

Diese Ablehnung gegenüber den Schiiten baut auf alte, tief sitzende Ressentiments. Das verheißt nichts Gutes.

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