Kommentar von Alexander Pausch
Uli Hoeneß fällt aus großer Höhe und reißt sein Lebenswerk mit

Münchner Rummelplatz. Karikatur: Tomicek
Ausgerechnet Uli Hoeneß. Nun soll auch der Weltmeister von 1974 einer derjenigen sein, die den Hals nicht voll genug bekommen können? Sicher, mit seiner polternden Art eckte der Bayern-Präsident oftmals an. Aber er erschien immer als ehrliche Haut, als integer und gradlinig. Ein fürsorglicher Patriarch, der leidenschaftlich ist, auch aufbrausend und manchmal selbstherrlich und arrogant. Aber ein Steuerhinterzieher? Hoeneß ein Zumwinkel von der Post? Das schien unvorstellbar.

Um so größer ist nun die Fallhöhe, wie Sylvia Schenk, die internationale Sportbeauftragte von Transparency International zurecht sagt. Was ist Hoeneß' Kritik am Spekulantentum oder am "Saustall Fifa" noch wert? Alles nur Fassade? Und: Gilt das auch für sein soziales Engagement? Hoeneß hat über zu hohe Steuersätze in Deutschland geklagt. Aber das Recht in die eigene Hand nehmen? Steuerhinterziehung ist Betrug an der Gesellschaft. Das dürfte er wissen.

Auch für Hoeneß gilt die Unschuldsvermutung. Gleichwohl ist er gut beraten, sich aus der Führung des FC Bayern München zurückzuziehen, wenn er seinen Verein und sein Lebenswerk schützen will. Seine Glaubwürdigkeit ist zerstört. Wie will der 61-Jährige jetzt noch jungen Spieler den richtigen Weg weisen?
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