06.09.2005 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Alexander Pausch Zu den Verlierern des TV-Duells zählen die Moderatoren

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Zumindest eine Frage ist nach dem TV-Duell vom Sonntag klar beantwortet. Für zwei Gäste braucht es nicht vier Moderatoren. Wenn es Verlierer beim Aufeinandertreffen von Gerhard Schröder und Angela Merkel im Fernsehen gibt, dann sind Sabine Christiansen, Maybrit Illner, Peter Kloeppel und Thomas Kausch dazu zu zählen.

Weder durch ihre Fragen noch durch das viel zu seltene Nachhaken gelang es ihnen, dem Bundeskanzler und seiner Herausforderin etwas Überraschendes zu entlocken. Auch die beiden Kontrahenten haben nichts Neues geboten. Wer in den vergangenen Wochen Zeitung gelesen hat, dem haben sowohl der Regierungschef als auch die Unions-Kanzlerkandidatin nur bereits mehrfach Gesagtes vorgetragen.

Also viel Wind um Nichts? Hätte man sich das Duell sparen können? Nein. Trotz all dem boten die 90 Minuten Informationen aus erster Hand. Erfreulich war auch, dass sich zumindest ansatzweise eine Debatte entwickelte, Gerhard Schröder und Angela Merkel zueinander und nicht nur in Richtung Moderatoren und Zuschauer sprachen. Das ist ein Fortschritt gegenüber dem TV-Duell vor drei Jahren, als es sehr steif zuging; und vielleicht lernen ja alle Beteiligten - Fernsehmacher und Parteien - daraus, damit es beim nächsten Mal eine wirkliche Debatte zwischen Amtsinhaber und Herausforderer gibt.

Angesichts der hohen Einschaltquote - Deutschland hat 61,9 Millionen Wahlberechtigte und 20,97 Millionen Menschen sahen das TV-Duell - dürfte es auch zur Mobilisierung der Wähler beitragen. Zweifelsohne hat sich auch der eine oder andere Unentschlossene jetzt in die eine oder andere Richtung ziehen lassen. Sie haben danach geurteilt wen sie sympathischer finden oder als kompetenter einschätzen.

Insofern trägt das TV-Duell zwischen Kanzler und Herausforderin zum Wahlergebnis bei, entschieden worden ist die Wahl am Sonntagabend aber nicht.

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