16.09.2005 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Alexander Pausch Zu wenige US-Soldaten im Irak, um Gewalt Einhalt zu gebieten

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Kommentar

Die Zunahme der Gewalt im Irak, die blutigen Anschläge, das wahllose Morden sprengt längst das menschliche Vorstellungsvermögen. Und doch kommt es immer wieder noch schlimmer. Die Bombenattentate dieser Woche führen dies aufs Blutigste vor Augen.

Mit Widerstand gegen eine Besatzung hat dies nichts zu tun. Die Attentäter um Sarkawi, El Kaida und Co. wollen töten, je mehr Menschen, desto besser. Und das gelingt ihnen mühelos. Das Reservoir an Hass scheint unerschöpflich, der Strom an Selbstmordattentätern auch aus anderen arabischen Nachbarländern versiegt nicht.

Es ist offensichtlich, dass die US-Streitkräfte zahlenmäßig nicht ausreichen, um die Ausdehnung von Sarkawis Einfluss über die Provinz Anbar hinaus zu unterbinden. Wenn die US-Soldaten eine Stadt oder ein Gebiet durchsucht haben, müssen sie weiter und hinter ihnen sickern wieder die Terroristen ein. Selbst in Bagdad gehören die Straßen häufig den Terroristen. Und die irakischen Sicherheitskräfte sind noch immer keine Stütze im Kampf gegen den Terror - US-Offiziere sprechen davon, dass dies noch ein Jahr so bleiben dürfte.

Bislang ist es Sarkawi nicht gelungen, die Gewalt in den Süden zu tragen. Die Schiiten folgen den mäßigenden Aufrufen ihrer Prediger. Die Kriegserklärung von Sarkawi an die Schiiten ist ein weiterer Versuch, seinen Einflussbereich auszudehnen und die Schiiten in eine blutige Auseinandersetzung hineinzuziehen. Dann hätten die Terroristen ihr Ziel erreicht: Der Irak versinkt in Gewalt. Denn in ihrer Vorstellung muss alles in Blut getränkt sein, bevor Neues entstehen kann.

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