05.09.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Alexander Rädle Statt Säbelrasseln wieder Vernunft und Besonnenheit

Handicap. Karikatur: Tomicek
von Alexander Rädle Kontakt Profil
Kommentar

Die Politiker, die beim Nato-Gipfel in Newport tagen, sind nicht zu beneiden. Niemand scheint eine weitere Zuspitzung dieses Konflikts zu wollen, der stellenweise die Züge einer Auseinandersetzung des Kalten Krieges trägt. Es will aber auch niemand nachgeben und dadurch Schwäche zeigen. Taten und Worte machen die Krise immer komplexer.

Natürlich vertritt jeder die eigenen Interessen. Das ist legitim - ohne Zweifel. Bei Auseinandersetzungen und Kriegen - und in einem solchen dürfte sich die Ukraine wohl befinden, auch wenn er nie offiziell erklärt wurde - geht es darum. Und es geht ganz banal nicht weniger oft um gekränkte Eitelkeiten.

Russland sieht seine Interessen in der Ukraine verletzt. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Als sich die Nato in den vergangenen 15 Jahren immer wieder nach Osten ausdehnte, war Russland wenig begeistert. Dem Nachfolger der Sowjetunion fehlte jedoch das Druckmittel zur Untermauerung seines Standpunktes: Eine Armee, die das Attribut schlagkräftig verdient hätte. Das sieht heute anders aus: Putin hat aufgerüstet. Und die Stimmung in seinem Land ist - freundlich ausgedrückt - west-kritisch.

Russland versteht die Ukraine aus seinem Sicherheitsbedürfnis heraus als Puffer - und will, dass das so bleibt. Das ist sein Interesse. Und vor allem Putins. Es ist kein Geheimnis, dass er die alte Sowjetunion ganz gut fand. Eine Lösung dürfte es nur geben, wenn statt verbalem Säbelrasseln wieder Besonnenheit und Vernunft den Ton angeben.

alexander.raedle[at]derneuetag[dot]de

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