Kommentar von Alfred Schwarzmeier
Aus Trümmern zum Titel

Die Fans der SpVgg SV Weiden haben in den vergangenen Jahrzehnten einige Auf- und Abstiege mitgemacht. Einen so souveränen wie diesmal hatten sie aber noch nie zu bejubeln. Sieben Spieltage vor Saisonende Meister; 28 Siege, zwei Remis und nur eine Niederlage in 31 Spielen - diese Bilanz ist schlichtweg grandios und beileibe nicht als selbstverständlich abzuhaken.

Freilich waren die Schwarz-Blauen als Titelfavorit in die Runde gestartet. Und natürlich verfügen sie über ein Spielermaterial, das in der Landesliga Nordost seinesgleichen sucht. Alleine mit einem sehr gut bestückten Kader und einem höchst engagierten Trainer Christian Stadler ist das Meisterwerk aber nicht hinreichend erklärt.

Der Grundstein für den Erfolg wurde bereits vor zweieinhalb Jahren gelegt. Als die SpVgg Weiden nach der Insolvenz in Schutt und Asche lag, haben Leute wie Kurt Haas, Dietmar Paulus oder Albert Stowasser angepackt, die Trümmer beiseite geräumt und den neu gegründeten Verein mit zukunftsweisenden Strukturen ausgestattet. Das sportliche Comeback am Wasserwerk ist demnach kein Zufallsprodukt, sondern Ergebnis zielgerichteter und engagierter Arbeit.
So erfreulich der Aufstieg auch ist, darf er den Blick nicht vor den sportlichen Realitäten und Wertigkeiten verschließen. Die jetzige Bayernliga ist längst nicht zu vergleichen mit der Bayernliga vor 20, 30 Jahren. Damals hinter Bundesliga und 2. Bundesliga drittklassig, ist sie jetzt nur noch auf fünfter Ebene angesiedelt und dazu noch mit Bayernliga Nord und Süd zweigliedrig. Attraktiv ist die Klasse aber allemal.

Spieler wie Fans dürfen sich auf Gegner wie FC Amberg, DJK Ammerthal, SpVgg Bayreuth, Jahn Forchheim, Würzburger FV und vielleicht auch SpVgg Bayern Hof freuen. Bei so vielen Derbys ist total zweitrangig, wann der nächste Aufstieg folgt.

Landesliga Nordost

SpVgg SV Weiden - TSV Buch 2:2

SpVgg SV Weiden: Forster, Wendl, Scheidler, Schecklmann, Wildenauer, Hegenbart, Pavlovic (88. Geber), Herrmann, Kopp, Riester (72. Chousein), Ferstl (72. Egeter).

TSV Nürnberg-Buch: Kosuchowski, Marciano, Metz (87. Kett), St. Fleischmann, Reichel, Chr. Fleischmann, Hulm, Hofmann (73. Weber), Riese, Ell (58. Botzel), Brehm.
Tore: 0:1 (22.) Ell, 1:1 (34.) Pavlovic, 1:2 (55.) Hulm, 2:2 (62.) Wildenauer - SR: Hamper (Kulmbach) - Zuschauer: 300 - Besondere Vorkommnisse: (62.) Kosuchowski hält Hegenbarts Foulelfmeter

Statistik

TSV Neudrossenfeld - ASV Pegnitz 2:0 Tore: 1:0 (9.) Steffen Taubenreuther, 2:0 (92.) Kevin Diwersi - SR: Andreas Wörtmann (Wülflingen) - Zuschauer: 150
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