Kommentar von Alfred Schwarzmeier
Florett statt Panzer

Eigentlich war es immer das gleiche Ritual: Jedes Mal, wenn deutsche Fußballteams in der Vergangenheit Erfolge erzielt hatten, griff die ausländische Presse zu militärisch-kriegerischem Vokabular. "Teutonische Panzer" und "Blitzkrieg" waren stets gern benutzte Begriffe, um die bisweilen überlegene Physis und Robustheit des deutschen Fußballs - natürlich abwertend - zu beschreiben.

Die martialische Rhetorik ist verstummt. Mit viel Erstaunen, und noch mehr Bewunderung, nehmen Zeitungsblätter in ganz Europa den Wandel zur Kenntnis. Die Zeiten sind vorbei, in denen deutsche Mannschaften grobe Mörser und klotzige Granaten eingesetzt haben, um ihre Schlachten zu schlagen. Dem FC Bayern hat ein spitzes Florett ausgereicht, um das Tiki-Taka des Weltbesten FC Barcelona zu filetieren. Und Borussia Dortmund genügten vier gezielte Schulterwürfe. Dann war der Titan Real Madrid am Boden.

Nun also ein rein deutsches Finale. Die beste Gelegenheit, um dem Ausland nicht nur brillanten Fußball zu servieren, sondern auch gepflegte Umgangsformen beizubringen. Was würde die ausländische Boulevardpresse staunen, wenn im Vorfeld des 25. Mai allzu aggressives Vokabular in der Schublade bliebe. Nötig haben es weder die Bayern noch die Borussen.

Champions-League

Traumquote für ZDF

Hannover.(dpa) Das ZDF freut sich über steigende Quoten bei der Champions-League. 15,91 Millionen Zuschauer verfolgten den 3:0-Sieg des FC Bayern München in Barcelona. Das entspricht einem Marktanteil von 46,2 Prozent. Der Wert lag damit noch über dem des Dortmunder Halbfinal-Hinspiels in der vergangenen Woche gegen Real Madrid (13,7 Millionen/43,8 Prozent).
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