29.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Clemens Fütterer Der Westen sucht verzweifelt eine Strategie gegen Putin

Kosakentanz. Karikatur: Tomicek
von Clemens Fütterer Kontakt Profil
Kommentar

Wladimir Putin toppt den Lügenbaron von Münchhausen: Monatelang tischte der russische Präsident die Mär auf, dass sich Russland in den "inner- ukrainischen" Konflikt nicht einmischt, schon gar nicht militärisch. Jetzt fallen Hunderte Panzer und gepanzerte Fahrzeuge - ohne Hoheitszeichen - in den Osten der Ukraine ein. Vor wenigen Tagen hatten sich russische Fallschirmjäger weit ins Nachbarland "verirrt" ...

Seit Beginn des Konflikts gibt es zahlreiche Indizien, dass die Separatisten in der Region Donbass nicht nur logistische Unterstützung von Moskau erhalten, sondern auch Tausende russische "Freiwillige" auf ihrer Seite kämpfen. Droht nach der Annexion der Halbinsel Krim nun der Ukraine das gleiche Schicksal einer gewaltsamen (Teil-)Einverleibung? Denn die dreiste Aggression verläuft stets nach demselben Muster. An welchen Grenzen macht Putin Halt? Auch im Baltikum lebt eine starke russische Minderheit.

Wirtschaftssanktionen des Westens stoppten den Offensivdrang Moskaus bisher nicht. Ebenso sprechen hier moralische Appelle, Empörung und Bestürzung eher für Verzweiflung und völlige Ratlosigkeit. Auch im Angesicht der nahen Kriegsschauplätze in Syrien, Irak, Gaza und Libyen stellt sich für Europa und die Nato grundsätzlich die Frage nach einer strategischen Neuorientierung.

clemens.fuetterer[at]derneuetag[dot]de

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp