Kommentar von Clemens Fütterer
Unsoziale Online-Konzerne bedrohen den Einzelhandel

Zukunftsgespräche. Karikatur: Tomicek
Ein Schreckensszenario beschwört der Hauptverband des deutschen Einzelhandels für kleine und mittlere Städte mit 30 000 bis 60 000 Einwohnern (also auch Amberg und Weiden). Das boomende Online-Geschäft bedroht den klassischen Einzelhandel in seiner Existenz: Innerhalb von 10 Jahren sollen hier die Umsätze um 30 Prozent sinken. Bis zu 50 000 "stationäre" Läden stehen vor dem Aus. In den Zentren geht die Angst vor der Verödung um. Schon heute schrumpft die Kundenfrequenz in zahlreichen Innenstädten spürbar - gerade im ländlichen Bereich.

Das eine tun, ohne das andere zu lassen: Selbst alteingesessene Einzelhändler schaffen Perspektive in der Verbindung von lokalem Einkaufserlebnis und Internethandel als zweitem Standbein. Solche zusätzlichen Märkte bieten Chancen. Anders verhält es sich mit den internationalen Online-Handelskonzernen. Sie stellen die tatsächliche Bedrohung für Millionen sozialversicherungspflichtiger Jobs dar. Die meisten Digital-Giganten sind gerade deshalb konkurrenzlos, weil sie in Deutschland kaum oder keine Steuern und Sozialabgaben zahlen. Um diese unsoziale Wettbewerbsverzerrung sollten jene Verbraucher wissen, die sich im Fachhandel beraten lassen, um online billig zu kaufen.

clemens.fuetterer@derneuetag.de
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