22.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Frank Werner Angela Merkel muss einen klaren Kurs vorgeben

In der Politik bewegt sich was. Karikatur: Tomicek
von Frank Werner Kontakt Profil
Kommentar

Die Frage von Waffenlieferungen an die Kurden im Irak durch die Bundeswehr ist so heikel, dass eine breite Debatte darüber notwendig ist. Immerhin würde es sich dabei um einen Tabubruch in der Geschichte der Bundesrepublik handeln. Insofern ist die Sondersitzung des Bundestages am Mittwoch notwendig und richtig.

Die Zeit drängt. Das Morden in der Region geht unvermindert weiter. Der Krisenherd Nordirak bewegt die Menschen mehr als andere Kampfgebiete in der Welt. Das mag an der vermeintlich besonderen Brutalität der IS-Terroristen liegen oder auch daran, dass vor allem Christen die Opfer sind.

Das Parlament hat mehrfach bewiesen, dass es solche Debatten sensibel und unaufgeregt führen kann. Nebenkriegsschauplätze wie die Brüskierung der CSU bei der Krisenrunde nach der Kabinettssitzung haben hier nichts verloren. Wohl aber ist Angela Merkel verpflichtet, das Wort zu ergreifen. Es ist zu hoffen, dass die Bundeskanzlerin nicht wieder die Zauderin gibt und leere Worthülsen abfeuert, sondern einen klaren Kurs in der Außenpolitik vorgibt.

Papst Franziskus hat klare Kante gezeigt. Einen "ungerechten Aggressor" aufzuhalten sei "legitim", hat der Pontifex deutlich gemacht. Seine Worte in Gottes Ohr - auch wenn es ihm vor allem um "seine" Mitchristen gehen dürfte.

frank.werner[at]derneuetag[dot]de

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