Kommentar von Frank Werner
Seehofer spürt den Hauch der unseligen Amigo-Zeiten

Fest verbunden. Karikatur: Tomicek
Natürlich gibt es verwerflichere Dinge für einen Politiker, als seine Frau, seine Kinder oder seine Schwester für sich arbeiten zu lassen. Hubert Aiwanger, Chef der Freien Wähler, brüskiert sich vehement über dieses "Berufsverbot für Familienangehörige". Der Lautsprecher aus Niederbayern beweist damit, dass er dieses Mal nicht das Gespür für Stimmungen besitzt. Legal oder legitim - das ist in der Politik ein Unterschied.

Horst Seehofer hat da seine Antennen schon wesentlich besser sensibilisiert. Dem CSU-Vorsitzenden kommt die Verwandten-Affäre kurz vor der heißen Phase des Wahlkampfes zur Unzeit. Auch wenn Oppositionspolitiker ebenso von der Vetternwirtschaft berührt sind - das Gros der Betroffenen stammt aus Reihen der Christsozialen. Bayern = CSU. Diese Formel stammt schließlich von der Regierungspartei selbst. Verfehlungen werden also in erster Linie ihr angekreidet.

"Sauberfrau" Barbara Stamm kehrt als Putzkommando mit eisernem Besen. Respekt! Die Transparenz kommt spät, aber dafür radikal. Und diese Offenheit muss weitergehen, damit die Wähler wieder Vertrauen in die Abgeordneten gewinnen. Die unseligen Amigo-Zeiten sind noch nicht so lange her. Horst Seehofer spürt den Hauch schon wieder in seinem Nacken. Der Ministerpräsident ist es, der am meisten zu verlieren hat - auch wenn er eine saubere Weste hat.
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