Kommentar von Hans Klemm
Auch die EU macht nun Druck auf die Steuerhinterzieher

Bayern-Taktik. Karikatur: Tomicek
Selbst ein "Weißer Riese" bekäme die Weste von Uli Hoeneß nicht mehr lupenrein sauber. Bei all der Häme, die sich nun über den Bayern-Boss ergießt, sollte die aufgeregte Öffentlichkeit aber nicht unterschlagen, dass es auch den Steuerzahler und freigiebigen Stifter Hoeneß gab. 50 Millionen Euro soll er in den letzten 20 Jahren an den Fiskus überwiesen haben, schreibt die "Süddeutsche", Vortragshonorare und Werbegelder grundsätzlich gespendet haben.

Der Manager ist wegen der extremen Fallhöhe, die er sich selbst gesucht hat, ein besonders krasser Fall, aber eben kein Alleintäter auf weiter Flur. Die Steuerfahnder haben 2011 in 35 592 Fällen Ermittlungen abgeschlossen und 2,2 Milliarden Euro zusätzlich eingetrieben. Nach Schätzungen entgehen dem Staat pro Jahr rund 30 Milliarden, weil zuviel verschleiert wird. Über die Steuermoral der Griechen oder Italiener muss sich also niemand mokieren, schon gar nicht die Politik, die es unterlässt, die Finanzbehörden ordentlich mit Personal auszustatten.
Nicht nur Banken in Österreich oder Luxemburg, auch deutsche Geldhäuser verwalten geschätzt weit über eine Billion Euro an Auslands-Einlagen, deren Herkunft und Erträge im Dunklen bleiben. Nun will sich auch die EU des Themas annehmen. Bis zu einem automatischen Austausch von Bankdaten wird es noch dauern, aber der Druck im Kessel der Steuerhinterzieher wächst. Sollte am Ende ein Bankgeheimnis stehen, das löchrig wie ein Schweizer Käse ist, hätte der normale Lohn- und Gehaltsempfänger sicher nichts dagegen.
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