Kommentar von Hans Klemm
Debatte um die Frauenquote wählte den falschen Ansatz

Die Entscheidung. Karikatur: Tomicek
Die Bundestagsdebatte zur Einführung einer Frauenquote lieferte einen fast schon peinlichen Vorgeschmack auf den Wahlkampf. Ein gesellschaftliches Kernthema wurde reduziert auf die Frage, ob per Gesetz 20 Prozent der Aufsichtsratsposten in börsennotierten Unternehmen von Frauen besetzt sein sollen. Betroffen wären 160 Firmen, die Anzahl der zu vergebenden Spitzenpositionen wäre überschaubar.

Zieht man die gut elf Prozent ab, die inzwischen mit Führungskräften des angeblich schwachen Geschlechts besetzt sind, bleiben noch wenige hundert Kandidatinnen, um deren Chancen sich das Parlament in hitziger Debatte sorgte. Solch engagierte Auseinandersetzung hätten sich die Millionen weiblicher Arbeitskräfte thematisch breiter gewünscht. Da könnten sich die Fraktionen tatsächlich die Köpfe heiß reden, wenn es etwa um ein familienfreundliches Berufsumfeld geht, um eine flexible Arbeitswelt, um die Situation Alleinerziehender, um gerechte und vergleichbare Löhne.

All das brächte Frauen weiter als diese Show um einige wenige Spitzenpositionen, deren Besetzung ja nicht Quote sondern Qualifikation entscheiden sollte. Da wird sich die von Männern dominierte Arbeitswelt ohnehin noch wundern. Von den Hochschulen drängt weibliche Qualifikation nach.
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