30.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Hans Klemm In Sachsen könnte der FDP das letzte Stündlein schlagen

Angel-Sachse. Karikatur: Tomicek
von Autor KMProfil
Kommentar

Die Sachsen neigen nicht zu Übermut. Seit der Wende vertrauen sie der CDU, die mit wechselnden Koalitionspartnern den Freistaat aus der DDR-Misere nahe herangeführt hat an das Niveau der West-Länder. Der Haushalt ist ausgeglichen, sogar die Schuldentilgung läuft, die Wirtschaftslage ist vorzeigbar, im Bildungs-Barometer ist man Nummer eins.

Der Kurs, den Ministerpräsident Stanislaw Tillich abseits jeder bundespolitischen Großsprecherei pflegt, dürfte nach allen Prognosen bei der Landtagswahl am Sonntag bestätigt werden. Nach den Umfragen braucht er einen neuen Koalitionspartner. Da deutet sich ein mittleres Erdbeben in der bundesdeutschen Parteienlandschaft an. Die bislang mitregierende FDP, 2009 noch mit zehn Prozent der Stimmen ausstaffiert, fällt unter die Fünf-Prozent-Hürde. Die Liberalen verlieren damit ihre letzte Regierungsbeteiligung. Die einen versinken in der Bedeutungslosigkeit, andere wie die AfD setzen zum Höhenflug an. Bis zu sieben Prozent sollen die Alternativler in Sachsen einheimsen - das wäre ein starkes Resultat auch im Hinblick auf die nächsten Urnengänge in Brandenburg und Thüringen. Tillich kann die AfD noch ignorieren. Aber nicht nur die CDU wird sich mit den "Euro-Skeptikern" auseinandersetzen müssen.

hans-klemm[at]t-online[dot]de

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