Kommentar von Hans Klemm
Ohne die Verfehlungen Wulffs gäbe es keinen Joachim Gauck

Solidarität. Karikatur: Tomicek
Die Gerechtigkeit hat gesiegt! Hat sie das im Falle von Christian Wulff wirklich? Von den Vorwürfen an den gewesenen Bundespräsidenten (von einem a.D. zu schreiben, verbietet sich) ist herzlich wenig geblieben. Läppische 770 Euro stehen noch im Raum, von Bestechlichkeit ist da nur schwer zu sprechen, für Vorteilsannahme könnte es noch reichen, wenn es denn überhaupt zu einem Verfahren kommt. Ansonsten war die Beweislage rund um von Gönnern bezahlte Ferien oder einen Hauskredit zu Sonderkonditionen zu dünn.

14 Monate nach seinem Rücktritt kämpft ein vormaliges Staatsoberhaupt um Rehabilitierung. Den von der Staatsanwaltschaft angebotenen Handel, gegen 20 000 Euro seine Schuld teilweise anzuerkennen, hat er zurückgewiesen. Egal, wie die Causa letztendlich endet: Mit weißer Weste wird Wulff nicht mehr durchs Leben spazieren können. Trotz eines Jahressalärs von gut 200 000 Euro ist Geld knapp, Ehefrau Bettina fordert seit der Trennung im Januar ihre Rechte ein, die Zukunft des 53-Jährigen sieht alles andere als rosig aus.
Die üblichen Beschäftigungsmöglichkeiten eines Staatsmannes im Vorruhestand scheiden aus. Wer will ihn auf Vorträgen hören? Welche internationale Organisation wünscht ihn sich in ihren Reihen? Welches seriöse Unternehmen wollte ihm einen Beraterjob andienen? Fazit: Die Ermittlungen haben mehr Geld verschlungen als die Apanage, die der Steuerzahler noch zu tragen hat. Joachim Gauck ist ohnedies der weitaus Bessere.
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