16.02.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Joachim Gebhard Alleine in der Schuldenfalle

von Berthold Zeitler Kontakt Profil
Kommentar

Jeden kann es treffen: Die Schuldenfalle schnappt zu, ausgelöst durch die Arbeitslosigkeit und einen schon stets engen Spielraum bei der Hausfinanzierung oder im Familienetat. Der Weg zur Schuldnerberatung war bisher immer noch der menschlichste, denn die Mitarbeiter in Sulzbach und Schwandorf klärten nicht nur auf, sondern betreuten auch - immerhin fast 350 Fälle vergangenes Jahr. Ob ein Anwalt sich künftig außergerichtlich diese Mühe macht und diese Zeit aufbringt?

3300 Haushalte in Amberg-Sulzbach, weitere 3000 in Schwandorf und tausende potentiell in "relativer Armut": Ist es da vertretbar, ausgerechnet diesen Schwächsten der sozialen Kette die dringend benötigte menschliche Hilfe und den Rat zu streichen?

Diese Frage muss sich die Staatsregierung stellen lassen. Nur: Die Armen haben keine Lobby - außer der Kirche und der Diakonie, und ausgerechnet hier setzt der Rotstift an.

Das ist nicht fair und vor allem auch teuer für den Steuerzahler, denn erstens werden die Kosten nur verlagert (vom Sozial- in den Justizbereich) und zweitens wird eine Lawine losgetreten, die von vermehrter psychischer Betreuung bis zur wachsenden Sozialhilfe wieder vom Steuerzahler getragen werden muss.

Ein Überdenken durch die Verantwortlichen täte gut, bevor im März das Gesetz beschlossen wird. Denn man bedenke: Treffen kann es jeden ...

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