03.07.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Josef Maier Beim Zeus! "Rehakles" kurz vorm Olymp!

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Kommentar

Er bringt sogar die ganze antike, griechische Welt ins Wanken. Es sei ein Märchen, was derzeit ablaufe, schwärmt Otto Rehhagel. Dabei sollte doch gerade der bekennende Kultur- und Geschichtsliebhaber wissen, dass die Griechen in einer Welt aus Mythen und Sagen leben.

Allzu böse werden die Hellenen aber nicht sein, spricht er doch oft wie ihre verehrten Philosophen Aristoteles oder Sokrates. Mit der Erfahrung eines weisen Mannes, immer den Finger hebend. "Modernen Fußball spielt der, der gewinnt", kontert er Angriffen, die sein Spielsystem bei der EM in Portugal für antiquiert halten. So ist Otto. Immer ein bisschen besserwisserisch, immer ein bisschen oberlehrerhaft, immer ein bisschen massregelnd.

Dabei gibt ihm seine Erfahrung aus dem langen Trainerleben Recht. Während sich seine Kollegen bei der EM über Dreier-, Vierer oder Fünfer-Ketten, gerne auch in zweifacher Ausfertigung, den Kopf zerbrachen, installierte er wieder den guten alten Ausputzer. Traianos Dellas - was für ein heroischer Name - wurde von "Rehakles" auserkoren, alles aufzuhalten, was sich dem eigenen Gehäuse nähert. Und dann marschierte der "Koloss von Rhodos" mit seinen fast zwei Metern auch noch gegen die Tschechen nach vorne. "Jetzt müssen wir zuschlagen", dachte er sich und tat es auch.

Dellas zur Seite gestellt hat "Rehakles" zwei Wachhunde, die die gegnerischen Spitzen 90 Minuten hetzen. Stürmer übergeben, wie's die topneuen Lehrbücher lehren - nicht bei ihm. Jeder hat seine Aufgabe. Im Mittelfeld hat er stolze Athleten mit Karagounis, Zagorakis oder Fyssas. Vorne ist Angelos Charisetas die scharfe Speerspitze der griechischen Formation.

Noch ein Schritt fehlt "Rehakles" zum Olymp. Mit einem Finalsieg wäre er unsterblich. "Im Fußball ist nichts unmöglich", strebt er das eigentlich Unmögliche an. Es wäre Sagen-haft.

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