25.06.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Josef Maier Junge mit Spaß am Spiel

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Kommentar

Trotz des überschäumenden Trubels und des kolossalen Medieninteresses - Fußball ist einfaches Spiel. Freilich braucht's ein bisschen Luft in der Lunge, noch wichtiger ist aber: Einen Gegner ausspielen, schnell passen, zielsicher treffen.

Wer bei den Partien der Deutschen genau hingeschaut hat, weiß, gerade an diesen grundlegenden Elementen hapert es. "Rumpelfüßler" hat ein Boulevardblatt sie deshalb einmal genannt. Das trifft aber nicht auf alle zu. Denn diese EM hat im Gegensatz zum desaströsem Abschneiden in Holland und Belgien gezeigt, dass wir doch noch "Spieler" haben. Die jungen Lahm und Schweinsteiger haben bewiesen, dass sie wie ein Milan Baros Gegner ausspielen können. Dass sie das Bällchen laufen lassen können wie Zidane und Pires. Freilich nicht so perfekt, aber sie haben's angedeutet.

In der WM-Truppe für 2006 sind Leute wie Hamann, Nowotny, Wörns oder Bobic fehl auf dem Platz. Nur ältere Spieler versagten in Portugal. Hamann würgt jeglichen Spielfluss ab. Nowotny und Wörns sind zu langsam. Bobic kämpft mit seiner Tor-Allergie. Jeremies und Ziege waren dabei. Wofür eigentlich?

Es geht nicht um Jugendwahn, wenn frische Kräfte gefordert werden. Podolski zeigt tolle Ansätze, der verletzte Lauth hat eine Menge Potenzial. Christoph Metzelder kommt wieder. Und Sebastian Deisler greift auch an.

In Deutschland sollte aber endlich das Gerede aufhören, junge Spieler müssten behutsam aufgebaut werden. Das mag für den auf sie einstürzenden Trubel außerhalb des grünen Rechtecks gelten. Auf dem Platz zählt nicht das Alter, sondern die Leistung. Siehe Wayne Rooney, siehe Portugals Ronaldo. Man muss einen ausspielen können, man muss schnell passen können. Fußball ist einfach.

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