28.02.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Josef Maier: Schwarz-gelbe Bruchlandung

von Josef Maier Kontakt Profil
Kommentar

Die einst glorreiche Dortmunder Borussia spielt in dieser Saison durchschnittlichen Fußball. Immerhin. Denn die Geschäftsbilanz ist die eines Absteigers. Knapp 30 Millionen Euro Verlust im zweiten Halbjahr 2003. Die Aktie ist keine drei Euro mehr wert. Was haben Meier und Niebaum im Oktober 2000 gejubelt. Größer, höher, schlauer. Die Schwarz-Gelben als leuchtendes Beispiel der Verbindung zwischen Ball und Börse. Das Ergebnis: eine Bruchlandung sondersgleichen.

Die Herren in Nadelstreifen waren zu blauäugig, was die sportlichen Talente ihrer Kicker betraf. Die spielten durch das frühe Aus in Europa viel zu wenig Taler ein. Zugegeben: Das Team hatte Verletzungspech ohne Ende. Doch sind solche Eventualitäten nicht in Strategiepapiere miteinzuplanen? Sind nicht alle mögliche Szenarien durchzuspielen?

Die große Crux ist allerdings nicht nur in Dortmund, dass die Gehaltsrelationen im Fußball schon lange nicht mehr stimmen. Erfolgreiche Spieler sollen sehr gut verdienen. Doch auch viele Durchschnittskicker sitzen auf horrend hohen Grundgehältern. Die Erfolgsprämien sind nur angenehmes Zubrot. Die Manager müssen endlich die Grätsche auspacken. Niedriges Grundgehalt, höhere Erfolgsprämien. Natürlich erfordert das ungeheure Solidarität unter den Vereinen - doch was bleibt ihnen übrig. Anreize schaffen, heißt das in der Sprache der Ökonomen. Und dies hätte noch den größtmöglichen Nebeneffekt: Besseren Fußball.

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