Kommentar von Jürgen Herda
Hut ab vor Regensburgs Asylpolitik

Bayerischer Schwertransport. Karikatur: Tomicek
Weltweit befinden sich 51,2 Millionen Menschen auf der Flucht. Hauptgrund: der Bürgerkrieg in Syrien, dem die Welt rat- und tatenlos zuschaut. Dazu die Krisenherde im Irak und Afghanistan, wo die westlichen Interventionen als gescheitert betrachtet werden müssen. Von den afrikanischen Kriegsgebieten, wo um die Rohstoffe für unsere Mobiltelefone gekämpft wird, ganz zu schweigen. 81 Prozent aller Flüchtlinge kommen in Entwicklungsländern unter und erreichen das gesegnete Europa überhaupt nicht.

Vor diesem Hintergrund trägt der Aufnahmestopp in München und Zirndorf fast tragikomische Züge: Seit Monaten flimmert Tag für Tag das Elend der Flüchtlinge über unsere Bildschirme, und eines der reichsten Länder der Welt kann - anders als der Iran (862 000 Flüchtlinge), Libanon (577 200) oder Tschad (418 500) - einen Zustrom von gut 100 000 Menschen in Not nicht bewältigen?

"Man kann nicht abends in der ,Tagesschau' das Leid der Menschen beklagen und am nächsten Tag so tun, als ob nichts wäre", sagt Regensburgs Oberbürgermeister Joachim Wolbergs kürzlich zu unserer Zeitung. Und stellte die Bajuwarenkaserne für ein Erstaufnahmezentrum zur Verfügung. Hut ab und bitte nachahmen!

juergen.herda@derneuetag.de
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