Kommentar von Jürgen Umlauft
Neu gemischt werden die Karten erst nach der Wahl

Maibock. Karikatur: Tomicek
Mit der Wahl von Christa Stewens zu ihrer neuen Vorsitzenden hat die CSU im Landtag ihre Zukunft auf die Zeit nach der Landtagswahl verschoben. Die 67-jährige Oberbayerin war die am schnellsten realisierbare Kompromisslösung. Sie ist politisch erfahren, hat aber keine weiteren Ambitionen mehr - außer der, dazu beizutragen, die CSU in möglichst ruhigem Fahrwasser bis zur Landtagswahl zu führen.

Genau das ist die Vorgabe von Parteichef Horst Seehofer, genau deshalb war Stewens seine Wunschkandidatin. Ein Fraktionschef Markus Söder wäre für Partei und Land bestimmt die spannendere Variante gewesen, aber eben auch eine mit hohem Risikofaktor.

Stewens ist für die CSU inmitten der längst nicht ausgestandenen "Ehegatten-Affäre" vielleicht wirklich die passende Personalie. Die Ex-Ministerin ist skandalfrei und taugt deshalb als moralische Autorität, um den Amigo-Sumpf um die in einigen Fällen anrüchigen verwandtschaftlichen Beschäftigungsverhältnisse auszutrocknen. Sie kann das ohne Rücksichtnahme auf Namen oder ihre eigene Karriere machen, weil sie in fünf Monaten in den Ruhestand geht.

Gelingt ihr das Aufräumen, hinterlässt sie ein geordnetes Haus. Mehr wird von ihr nicht erwartet, aber auch nicht verlangt. Wirklich neu gemischt werden die Karten in der CSU erst nach der Landtagswahl.
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