21.12.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Rudi Gebert Eine Nummer zu groß

von Rudolf Gebert Kontakt Profil
Kommentar

Welch ein Kontrastprogramm war dem fachkundigen Weidener Eishockey-Publikum am letzten Adventswochenende beschert. Zum einen das hochklassige Bezirksliga-Derby zwischen der 1b und Selb, dann zwei Tage später das grottenschlechte Bundesliga-Match der Profis gegen Bremerhaven.

Zu dieser Bewertung muss der Beobachter kommen, wenn er sich die Aussagen im Stadion und die Einträge im Internet zu Gemüte führt. "So schön kann Eishockey sein, so wie früher", wird da zum Beispiel das hirnlose Hauen und Stechen gegen Selb beurteilt. Wenn dann sogar noch ein Sieg herausspringt, gerät manch einer geradezu ins Schwärmen.

Am Sonntag waren dann ganz andere Töne zu hören. Von "Sch...-Eishockey" und "das kann ja keiner mehr anschauen" war die Rede. Sicher war das Match gegen Bremerhaven nicht hochklassig, aber gutes Bundesliga-Eishockey mit sehr hohem Tempo war es allemal. Aus Weidener Sicht aber eben erfolglos, obwohl die Blue Devils bis zum Rückstand ein mindestens gleichwertiger Gegner waren.

Für eine objektive Gesamtmeinung muss aber auch die Leistung des Gegners herangezogen werden. Bremerhaven spielte taktisch ungemein clever, stand hervorragend in der Defensive und hatte zudem die besseren Einzelspieler. Doch Topleute haben ihren Preis, die kann sich der 1. EV Weiden nicht leisten. Oder sollen die gleichen Fehler wie früher gemacht werden? Ende der 90er Jahre stand der Verein am Abgrund. Nur ein hohes Darlehen, das heute noch abgestottert werden muss, und die Bürgschaft der Stadt Weiden brachten die Rettung.

Fazit: In Weiden wird gutes Eishockey geboten, nur die Zahl der Siege ist zu gering. Das wird sich aber sicher irgendwann ändern. Denn auf Dauer ist die 2. Bundesliga für den Verein und den Wirtschaftsraum Nordoberpfalz eine Nummer zu groß. Aber auch für einen beträchtlichen Teil der Weidener Zuschauer.

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