28.05.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Sepp Lösch Verraten und verkauft

von Autor HOUProfil
Kommentar

Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan und kann geh'n. Regelrecht verraten und verkauft müssen sich die ehemaligen Maxhütterer fühlen, denen nun nach "Zwischenparken" bei der PTG oder trotz vertraglicher Sozialplanregelungen in mehr oder weniger kurzen Zeitabständen das Arbeitslosengeld II ins Haus steht.

Sie zählen zu dem Personenkreis, dem man am allerwenigsten den Zusammenbruch der Maxhütte anlasten kann, in der viele von ihnen seit Jahrzehnten gearbeitet und teils auch ihre Gesundheit geopfert haben. Vollends verständlich wird die Verbitterung der so dürftig Abgespeisten, wenn auf der anderen Seite Insolvenzverwalter (Honoraranspruch hin, Insolvenzrecht her) am "Abwickeln" der gestrandeten Hütte Millionen verdient haben, von diversen Krisengewinnlern erst gar nicht zu reden.

Von der Politik vergessen (auch von der bayerischen, die bis zuletzt in diesem Betrieb wesentliche Gesellschafterverantwortung trug), fallen diese Leute nun durch den Rost einer Sozialpolitik, die diesen Namen so nicht mehr verdient. "Sozialdarwinismus" wäre der angebrachtere Begriff für die soziale Kälte, mit der Rot-Grün den sozial ohnehin Schwachen und den Arbeitnehmern die Taschen ausräumt. Mit dem so genannten "Arbeitslosengeld II" erfahren Menschen, die Jahrzehnte brav gewerkelt und ihre Sozialbeiträge geblecht haben, einen erbarmungslosen sozialen Ausschluss in die Dauerarmut.

Die Betroffenen werden ihr politisches Gedächtnis schärfen, wenn sie 2006 zur Bundestagswahl antreten. Nur: welche Alternativen bieten sich da schon an? Im liberal-konservativen Lager wetzen die Sozialkahlschläger gleich noch lustvoller die Messer! Die Forderung, dass die Wirtschaft dem Gemeinwohl verpflichtet sein müsse, haben elitäre Globalisierungs-Jünger längst auf den Müll geworfen. Wen kümmert schon das Geschwätz linker Sozialromantiker von gestern!

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