17.12.2012 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Stefan Zaruba Barack Obama müsste heilige Kühe schlachten

Renovierungsarbeiten. Karikatur: Tomicek
von Stefan Zaruba Kontakt Profil
Kommentar

Heilige Kühe kennt so ziemlich jede Kultur. In Indien sind es tatsächlich Rinder. Den Spaniern ist gerade das Hinmetzeln von Stieren ein Ritual, an das keiner Hand anlegen darf. Auch die Vernarrheit der US-Bürger in alles, was zum Schießen geeignet ist, erscheint nur aus der Außenperspektive pervers.

Ein Durchschnittsamerikaner findet nichts anstößig daran, ein bürgerkriegstaugliches Arsenal im Schlafzimmerschrank zu horten. Er ist in einer Gesellschaft aufgewachsen, in der der Besitz von Revolvern, Pumpguns und Sturmgewehren nicht nur üblich ist, sondern zum patriotischen Akt verklärt wird. Ein Kurswechsel, wie ihn Waffengegner von Präsident Barack Obama nun erhoffen, wäre das Schlachten heiliger Kühe.

Es würde einer der schwersten Kämpfe Obamas werden, aber kein Ding der Unmöglichkeit. Der strikte Kurs der amerikanischen Politik gegen das Rauchen zeigt, dass auch vermeintliche Freiheitsrechte und die Macht der Lobbys überwindbar sind. Die Entwicklung dürfen wir in Deutschland mit Spannung verfolgen. Auf Amokläufe von ähnlicher Dimension hierzulande folgten bisher nur Reförmchen der Waffengesetze.

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