09.02.2013 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Stefan Zaruba Beim Geld endet für die Europäer die Freundschaft

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Kommentar

Ein wenig erinnern die großen EU-Gipfel an den Eurovision Song Contest. Aus jedem Land geben die Auserwählten auf großer Bühne ihr Bestes. Bis spät in die Nacht. Und wenn es wieder hell ist, fahren sie mehr oder weniger erfolgreich nach Hause, wo sie sich feiern lassen oder ihr Versagen schönreden.

Das war es aber schon mit Gemeinsamkeiten. In Brüssel darf es zwar Gewinner geben, aber keine Verlierer. Die Gipfelteilnehmer müssen so auseinandergehen, dass jeder sein Gesicht wahren kann. Gipfelchef Herman Van Rompuy hat das hinbekommen; er hat den Laden irgendwie zusammengehalten. Nicht perfekt, aber für jeden was drin, so versucht er sein Konstrukt zu verkaufen. Im Europaparlament ballen die Abgeordneten schon die Fäuste. Die dort geschmiedete große Koalition von Budgetkritikern wird den Finanzplan auseinandernehmen.

Was nach dem Finanzpoker hängen bleibt, ist der Eindruck, dass es weniger um ein Miteinander für Europa als um ein Gegeneinander in Europa ging. Auch in der EU endet beim Geld die Freundschaft. Benedikt XVI., Kirchenführer und Staatsoberhaupt, hat davor gewarnt, europäische Errungenschaften wegen Einzelinteressen zu verspielen. Dem Hinweis des Papstes ist nichts hinzuzufügen.

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