21.12.2012 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar von Stefan Zaruba Der Landarzt bleibt nicht auf Befehl von oben

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Kommentar

Weit weg, in Berlin, haben Gesundheitsexperten mit großen Zahlen jongliert und an Planungsregionen herumgestrickt. Abstrakter Stoff, der Ottonormalpatient kaum interessieren dürfte. Wenn sich nicht gerade sein in die Jahre gekommener Hausarzt zur Ruhe setzt.

Mit dem Verschwinden der Praxis am Ort geht ein Stück Lebensqualität verloren. Schlimm genug, dass Postfilialen aufgelassen wurden, Metzger das Handtuch geworfen haben und Dörfer zur wirtshausfreien Zone verkommen sind. Der Doktor, zu dem man - notfalls auch am Stock - zu Fuß gehen kann, lässt sich durch nichts ersetzen. Auch wenn einige der Ansätze umstritten sind, können die Politik und die Vertreter im Gemeinsamen Bundesausschuss nicht früh genug - schon im Studium - ansetzen, um Mediziner aufs Land zu bringen.

Ärzte sind aber keine Figuren auf einem Schachbrett. Sie planen ihr Leben wie jeder andere unter mehreren Gesichtspunkten. Eine Zwangsabordnung in die Provinz provoziert Frust. Besser ist ein ganzheitlicher Ansatz: mit einer anständigen Vergütung und hoher Lebensqualität im Idealfall in einer intakten Dorfgemeinschaft.

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